Die Odyssee der Rettungsboote im Mittelmeer nimmt kein Ende | Aktuell Europa | DW | 14.06.2018
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Mittelmeer

Die Odyssee der Rettungsboote im Mittelmeer nimmt kein Ende

Die "Aquarius" muss ihre Route nach Valencia ändern - und für die "Trenton" ist vor Sizilien noch kein Hafen in Sicht. Währenddessen entspannen sich die Töne zwischen Italien und Frankreich.

Mittelmeer | Flüchtlinge | Europa | Rettungsschif (picture-alliance/dpa/AP Photo/Sea-Watch.org/E. Markquardt )

Die USNS Trenton hat rund 40 Flüchtlinge auf hoher See aufgenommen

Die Irrfahrten zweier Schiffe mit Flüchtlingen an Bord übers Mittelmeer gehen weiter: Während die "Aquarius" länger als geplant braucht, um den spanischen Hafen Valencia anzufahren, ist für die "Trenton" noch kein Land in Sicht.

"Trenton" wartet auf Genehmigung

Das US-Marineschiff "Trenton" befindet sich vor der Hafenstadt Augusta auf Sizilien, hat laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) aber bisher keine Genehmigung zur Einfahrt in einen Hafen erhalten. Das in Neapel stationierte Schiff hatte am Dienstag rund 40 Menschen aufgenommen, deren Schlauchboot vor der libyschen Küste gesunken war. Die Leichen von zwölf ertrunkenen Flüchtlingen wurden nicht geborgen - zuvor war spekuliert worden, sie seien an Bord der "Trenton" gebracht und wieder über Bord geworfen worden, weil es dort keine Kühlzellen gebe.

Entspannung zwischen Rom und Paris

Italiens kurzzeitiger Streit mit Frankreich über den Umgang mit dem privaten Rettungsschiff "Aquarius" entspannt sich derweil wieder: "Macron hat mir gesagt, dass er Italien oder sein Volk nie beleidigen wolle", sagte der italienische Regierungschef Guiseppe Conte nach einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Die Absage von Contes Antrittsbesuch am Freitag in Paris, mit der Italiens Innenminister Matteo Salvini gedroht hatte, ist damit vom Tisch. Rom hatte den französischen Botschafter einbestellt, nachdem Macron Italien "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen hatte.

Mittelmeer | Flüchtlinge | Europa | Rettungsschif (Getty Images/AFP/L. Gouliamik)

Die Aquarius war der sizilianischen Hafenstadt Catania so nah - jetzt muss sie nach Valencia fahren

"Aquarius" muss Umweg fahren

Unterdessen musste die "Aquarius", die sich auf dem Weg ins spanische Valencia befindet, ihre Route ändern, nachdem einige der geschwächten Passagiere vom hohen Wellengang seekrank wurden. Die 629 Menschen haben seit ihrer Rettung am Wochenende eine Odyssee hinter sich, weil Malta und Italien sich tagelang geweigert hatten, sie aufzunehmen. Deshalb sind sie nun unterwegs ins 1.500 Kilometer entfernte Valencia. Ein Großteil der Flüchtlinge wurde für die Überfahrt auf zwei italienische Begleitschiffe verteilt.

Für ein eigenes Schiff machte Italien indes eine Ausnahme von seiner Abwehrhaltung: 932 Flüchtlinge durften am Mittwoch von einem italienischen Marineschiff aus in Sizilien an Land gehen.

de/sam (dpa, afp, rtr)