Die Lebensversicherung des HSV heißt Kostic | Fußball | DW | 04.02.2018
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Bundesliga

Die Lebensversicherung des HSV heißt Kostic

Zum zweiten Mal in Folge rettet Filip Kostic dem HSV durch seinen Ausgleichstreffer einen Punkt. Die Hamburger verweisen auf ihre intakte Moral, doch Hoffnung auf den Klassenerhalt machen die letzten Auftritte nicht.

Viel hat nicht gefehlt und die Heimpremiere von HSV-Coach Bernd Hollerbach wäre völlig in die Hose gegangen. Ein Abstauber-Tor kurz vor Spielende durch Filip Kostic rettete einen Punkt und bewahrte die Spieler wohl vor einem gellenden Pfeifkonzert nach dem Schlusspfiff, das definitiv fällig gewesen wäre. Denn zu behaupten, der Hamburger SV habe sich gegen Hannover 96 nur schwer getan, wäre eine ungerechtfertigte Beschönigung der Zustände. Vielmehr bot der HSV gegen die Hannoveraner über 90 Minuten unterdurchschnittlichen Bundesliga-Fußball an. Häufigste Geste des ballführenden HSV-Spielers waren zwei schulterzuckend ausgebreitete Arme, die die Frage ausdrücken sollten: Wo soll ich denn hinspielen?

Die Hannoveraner standen mit der 1:0-Führung durch Iver Fossum tief in der eigenen Hälfte, machte die Räume eng und lauerten auf Konter. Zudem hatten sie den Schiedsrichter, der ebenfalls ungefähr auf HSV-Niveau agierte, mehrfach auf ihrer Seite. Am deutlichsten benachteiligt wurden die Hamburger als der Unparteiische bei einem Foul von Salif Sane an Kostic auf "sauberes Tackling" entschied und der Videoassistent diese Fehleinschätzung auch noch bestätigte.

Mieser Toreschnitt, flaue Durchhalteparolen

Nur weil Hannover es anschließend verpasste, beste Chancen zum 2:0 zu nutzen, blieb der HSV im Spiel und Kostic bekam seinen großen Auftritt. Allerdings kann auch das vielbejubelte Tor des Serben nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem HSV allmählich die Luft zum Atmen ausgeht - zumindest, wenn er auf diesem Niveau weiterspielt.

Tor Filip Kostic für den Hamburger SV gegen Hannover 96 (Imago/Nordphoto/Ewert)

Erlösung in der 86. Spielminute: Kostic steht am langen Pfosten frei und staubt zum 1:1-Endstand gegen Hannover ab

Kostic traf bereits vor einer Woche in Leipzig zum 1:1-Endstand, nun gegen Hannover traf er erneut. Es waren allerdings erst die HSV-Treffer Nummer 16 und 17 der laufenden Saison. Mit einem Toreschnitt von 0,8 Treffern pro Partie sind wohl noch die wenigsten Mannschaften in der Liga geblieben.

Besserung? Ist erstmal nicht in Sicht. Mit Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sind zwei Europapokal-Anwärter die beiden nächsten Gegner der Hamburger. Nicht sehr mutmachende Aussischten. Hollerbach und sein Torhüter Christian Mathenia, gegen Hannover noch einer der besten Hamburger, flüchten sich derweil in Durchhalteparolen: "Wir werden uns bis zum Schluss wehren. Ich bin mir sicher, dass wir es packen", sagte Hollerbach und Mathenia ergänzte: "Wir werden alles dafür geben, den Dino in der Liga zu halten." Aber dafür müssen irgendwann auch wieder Siege her. Ein Punkt wie gegen 96 reicht da nicht.

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