Deutschland-Tourismus zieht kräftig an | Wirtschaft | DW | 10.06.2022
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Fremdenverkehr

Deutschland-Tourismus zieht kräftig an

Nach einem kräftigen Anstieg der Übernachtungszahlen im April nähert sich der Deutschland-Tourismus zunehmend dem Niveau vor der Corona-Krise. Die Städte profitieren von der Rückkehr ausländischer Gäste.

Mit dem Ende vieler Corona-Auflagen nimmt der Deutschland-Tourismus wieder Fahrt auf. Im April verbuchten Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe 35,7 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das waren mehr als viermal so viele wie ein Jahr zuvor (plus 319,6 Prozent).

Damals galt aufgrund der Corona-Pandemie ein Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste, weshalb das Ostergeschäft praktisch ausfiel.

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Die Lücke zum April des Vorkrisenjahres 2019 verringerte sich auf 11,4 Prozent. Im März hatte der Rückstand gegenüber März 2019 noch 23,7 Prozent betragen.

Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 304,8 Prozent auf 30,8 Millionen. Im Vergleich zum April 2019 betrug das Minus nur noch 6,6 Prozent.

Wieder deutlich mehr ausländische Reisende

Mittlerweile zieht auch das Geschäft mit Reisenden aus dem Ausland an, von dem insbesondere der Städtetourismus profitiert. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus anderen Ländern erhöhte sich im April um 445,8 Prozent auf 4,9 Millionen. Das sind allerdings noch 33,2 Prozent weniger als vor der Corona-Krise.

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Der Trend zum Campingurlaub, der als kontaktarm gilt, setzte sich fort. Die Zahl der Übernachtungen überstieg das Vorkrisenniveau um 0,9 Prozent. Schwieriger ist nach wie vor die Lage von Hotels, Gasthöfen und Pensionen mit minus 14,3 Prozent zum April 2019. Erfasst werden Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten beziehungsweise zehn Stellplätzen beim Camping.

Insgesamt stehen die Chancen  also nicht schlecht, dass das Vorkrisenniveau bald wieder übertroffen wird. Einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) zufolge meldeten im Mai bereits 43,0 Prozent der Betriebe bessere Umsätze als drei Jahre zuvor. Die Branche hofft nun auf die Sommermonate, auf die die Betriebe überwiegend positiv blicken. So melden für Juni 48 Prozent eine gute bis sehr gute Buchungslage, 31,9 Prozent bezeichnen diese als befriedigend.

"Die Branchenentwicklung verläuft nicht einheitlich", sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Betriebe in Feriendestinationen und touristisch attraktiven Städten berichteten von einer guten Nachfrage. "Im Gegensatz dazu zieht das Geschäft in Betrieben, die von Businessreisenden, Firmen-Veranstaltungen und Kongressen leben, nur langsam wieder an", sagte Zöllick.

tko/ hb (dpa, rtr, afp)

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