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Deutschland hält 2025 Klimaziele ein - aber nur knapp

14. März 2026

Die Treibhausgasemissionen sind 2025 kaum gesunken. Umweltminister Schneider sieht zusätzlichen Handlungsbedarf, vor allem in den Sektoren Verkehr und Gebäude. Ende März soll ein neues Klimaschutzprogramm folgen.

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Umweltminister Carsten Schneider stellt Klimabilanz 2025 vor
Bundesumweltminister Carsten Schneider stellt die Klimabilanz 2025 vorBild: Andreas Gora/dpa/picture alliance

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,1 Prozent gesunken. Bundesumweltminister Carsten Schneider sprach bei der Vorstellung der Klimabilanz in Berlin von einer "Stagnation in vielen Bereichen" und mahnte deutlich mehr Anstrengungen an: "Die Fortschritte sind insgesamt zu klein."

Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) lagen die Emissionen 2025 bei rund 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Damit unterschritt Deutschland zwar die nach Klimaschutzgesetz erlaubte Gesamtmenge für das Jahr - doch der Rückgang fiel deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. Insgesamt liegen die Emissionen inzwischen 48 Prozent unter dem Niveau von 1990.

Das gesetzliche Ziel sieht jedoch eine Reduktion um 65 Prozent bis zum Jahr 2030 vor. UBA-Präsident Dirk Messner hält dieses Ziel grundsätzlich weiterhin für erreichbar. "Das geht, aber wir müssen uns anstrengen", sagte er. Laut aktuellen Projektionen müssten die Emissionen dafür ab 2026 im Schnitt um etwa 42 Millionen Tonnen pro Jahr sinken, mehr als das Vierzigfache des Rückgangs im Jahr 2025.

Verkehr und Gebäude bleiben Problemsektoren

Die Bundesregierung will deshalb nachsteuern. Schneider kündigte an, dass das Kabinett am 25. März ein neues Klimaschutzprogramm beschließen soll. Mit den bisherigen Maßnahmen würde Deutschland seine Emissionen bis 2030 lediglich um 62 bis 63 Prozent senken und damit das gesetzliche Ziel verfehlen.

UBA-Präsident Dirk Messner
UBA-Präsident Dirk Messner hält Deutschlands Klimaziele für erreichbar (Archivbild)Bild: Jens Krick/Flashpic/dpa/picture alliance

Der Blick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigt ein gemischtes Bild. In der Industrie sanken die Emissionen leicht, was allerdings vor allem auf die derzeit schwache Konjunktur und geringere Produktion in energieintensiven Branchen zurückgeführt wird. Auch der Energiesektor trug mit einem kleinen Rückgang zur Entwicklung bei, unter anderem durch eine weiter steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Deutlich problematischer ist die Lage im Verkehr und im Gebäudesektor. In beiden Bereichen stiegen die Emissionen erneut, die Klimaziele wurden wieder verfehlt. Trotz eines wachsenden Bestands an Elektroautos nahm der Absatz fossiler Kraftstoffe zu. Im Gebäudebereich führten vor allem eine kühlere Heizperiode und ein langsamer Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu höheren Emissionen.

Akzeptanz für Klimaschutztechnologien nimmt zu

Schneider verwies zugleich auf positive Entwicklungen. So gebe es "eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien" wie Elektroautos und Wärmepumpen. Außerdem seien so viele neue Windkraftprojekte genehmigt worden wie noch nie. Hoffnung mache auch, dass Wälder wieder mehr CO₂ aufnehmen als abgeben.

Umweltverbände und Opposition sehen die Klimapolitik der Regierung dagegen kritisch. Die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Badum, warf der Koalition vor, Erfolge der vorherigen Regierung zu gefährden. Auch die Deutsche Umwelthilfe warnte vor einer deutlichen Verfehlung der Klimaziele. Ohne zusätzliche Maßnahmen drohe Deutschland sein Klimaziel bis 2030 um hunderte Millionen Tonnen CO₂ zu verfehlen - mit möglichen milliardenschweren Strafzahlungen nach EU-Regeln.

Als zentrale Aufgabe sieht das Umweltbundesamt nun vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien, den Ausbau von Netzen und Speichern sowie die Elektrifizierung von Verkehr und Gebäuden. Nur mit solchen Maßnahmen könne Deutschland seine Klimaziele erreichen und bis 2045 treibhausgasneutral werden.

pgr/jj (afp, rtr, dpa)

Redaktionsschluss: 17.00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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