Deutschland-Achter holt EM-Gold | Sport | DW | 05.08.2018
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Rudern

Deutschland-Achter holt EM-Gold

Es ist der sechste EM-Erfolg in Folge: Der deutsche Ruder-Achter gewinnt trotz eines schlechten Starts. Es ist jedoch die einzige Medaille für den deutschen Ruderverband. Und in fünf Wochen beginnt die Weltmeisterschaft.

Schlagmann Hannes Ocik riss erschöpft die Arme in die Luft, seine Teamkollegen ließen glücklich das Wasser spritzen: Der Deutschland-Achter hat nach einem großen Kampf zum sechsten Mal in Folge EM-Gold gewonnen. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) verwies bei den European Championships in Glasgow den Olympia-Dritten Niederlande mit knapp einer Bootslänge Vorsprung auf Platz zwei und bleibt seit Olympia 2016 in Finalrennen ungeschlagen.

"Kompliment an diese Mannschaft, das war eine schwierige Aufgabe", sagte Bundestrainer Uwe Bender, dessen Team nun als Favorit zur WM im bulgarischen Plowdiw (9. bis 16. September) fährt. Auf dem Strathclyde Loch südöstlich der schottischen Metropole lag das deutsche Paradeboot nach 500 m nur auf Rang vier, kämpfte sich zur "Halbzeit" bei 1000 m aber schon auf den zweiten Platz vor. Am Ende fuhr das Team einem sicheren Sieg entgegen.

"Wir haben uns auf der ersten Hälfte gut fest gebissen und sind dann mit einem sehr starken Spurt vorbeigefahren. Wir waren aber schon am Limit", sagte Schlagmann Ocik gegenüber dem Fernsehsender ZDF. Steuermann Martin Sauer ergänzte: "Die anderen haben richtig Tempo gemacht. Damit haben wir gerechnet, und das ist gut aufgegangen." Bronze ging an Rumänien. Olympiasieger und Gastgeber Großbritannien, der kurzfristig auf den erkrankten Vierer-Olympiasieger Moe Sbihi verzichten musste, kam nur auf Rang fünf.

Die "acht Muskeltiere" des DRV überstrahlten mit ihrem überzeugenden Sieg einen insgesamt enttäuschenden EM-Auftritt der deutschen Flotte, die in Glasgow keine weitere Medaille holte. Lars Wichert kam am Sonntag im nicht olympischen Leichtgewichts-Einer immerhin auf Rang vier, Hoffnungsträgerin Marie-Louise Dräger musste ihren Start im leichten Einer krankheitsbedingt absagen. "Wir waren hier mit der zweiten Garnitur ein bisschen überfordert", sagte der leitende Bundestrainer Ralf Holtmeyer.

Insgesamt war der DRV in Glasgow sogar nur in vier der 18 Finals mit einem Boot vertreten. Der Vierer ohne Steuerfrau hatte am Samstag Rang sechs belegt. Bei der WM im September wird der Verband jedoch eine deutlich stärkere Flotte an den Start schicken, wegen der unsicheren finanziellen Planung waren mehrere Ruderer daheim geblieben. Im Männer-Einer, einst dank Peter-Michael Kolbe, Thomas Lange oder Marcel Hacker eine deutsche Domäne, war der DRV erst gar nicht vertreten.

"Wir haben hier in Glasgow denjenigen eine Chance gegeben, die vielleicht nicht so gut waren. Da müssen wir ehrlich sagen: Gegen Weltklasse können wir mit dem zweiten oder dritten Boot nicht ankommen. Vielleicht war das ein Fehler", sagte Holtmeyer in der ARD. Vor allem das Scheitern des Vierers ohne Steuermann und des Frauen-Doppelvierers bereits im Hoffnungslauf sorgte für Ernüchterung.

Eine schlechtere EM-Bilanz hatte der DRV zuletzt 2012 im italienischen Varese verzeichnet, als das deutsche Team ohne seine Olympia-Fahrer sogar ohne jeden Podestplatz geblieben war. Ralf Holtmeyer gab sich in Schottland dennoch kämpferisch: "Wir haben bis zur WM fünf Wochen Zeit. Das biegen wir um."

sw/sam (dpa, sid)

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