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Der Fall Wirecard

26. Februar 2021

Es ist der wohl größte Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte: Tausende Anleger verloren beim Wirecard-Crash ihr Geld.

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DW I  MADE in Germany I Fall Wirecard
Bild: picture-alliance/dpa

Sogenannte Shortseller aber gingen schon seit Jahren von Betrug aus - und strichen sagenhafte Gewinne ein.

Der Ruf von sogenannten Shortsellern, gerissenen Finanzjongleuren, ist zum Teil zweifelhaft. Sie gelten als geheimnisumwittert, gierig und aggressiv. Doch eines muss man ihnen lassen: Sie haben den Wirecard-Crash vor allen anderen kommen sehen.

Dieser Film rollt den wohl größten Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte aus der Perspektive der Shortseller auf - jener Bad Boys und Girls der Börse, die auf fallende Kurse wetten und dann gewinnen, wenn alle anderen verlieren. Shortseller rund um den Globus gingen schon seit Jahren davon aus, dass bei Wirecard betrogen und der Schwindel irgendwann auffliegen wird. Sie gingen hohe finanzielle Risiken ein und wurden teils heftig attackiert - von Wirecard und den deutschen Behörden. Doch sie behielten Recht. Während zigtausende gutgläubige Anleger ihr Erspartes verloren, als das Kartenhaus Wirecard in sich zusammenfiel, strichen sie sagenhafte Gewinne ein.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin
Bild: picture-alliance/Bildagentur-online/Schoening

Wenn aber die Shortseller das fragwürdige Geschäftsgebaren erkannten und den Crash kommen sahen, warum ließen Behörden, Wirtschaftsprüfer und Politik das Wirecard-Management dann über Jahre gewähren? Dieser zentralen Frage geht der Film "Der Fall Wirecard - Von Sehern, Blendern und Verblendeten" nach. Warum ignorierten so viele die Alarmzeichen? Warum gingen die Aufsichtsbehörden nicht gegen das Unternehmen vor, sondern stattdessen gegen dessen Kritiker? Und welche Rolle spielte die Bundesregierung im Fall Wirecard? Die Dokumentation rekonstruiert ein "Multi-Organ-Versagen" von Kontrolleuren und Politik, das im Lichte der Aussagen der Spekulanten umso unglaublicher erscheint.

Gleichzeitig lässt der Film die Zuschauer in das Innenleben von Wirecard eintauchen. Insider geben Einblick in ein Unternehmen, das bereits früh auf Hochrisikokunden setzte und in dem offenbar schon weit vor dem Zusammenbruch im Juni 2020 rote Linien überschritten wurden.

Eine Firma, deren schillernder Vorstand Jan Marsalek dubiose Geheimdienstkontakte pflegte und dessen Vorstandschef Markus Braun nach derzeitigem Stand vor allem eines war: ein genialer Blender, dessen Geschichte für viele deutsche Ohren einfach zu gut klang - seine atemberaubende Story vom Aufstieg eines Tech-Unternehmens, das 2018 die Commerzbank aus dem Dax verdrängte. Die Geschichte vom lang ersehnten deutschen Internet-Weltkonzern mit Sitz in Aschheim bei München, der einen Hauch von Silicon Valley in die bayerische Provinz brachte. Die Wirecard-Story, die anscheinend nur ein Märchen war.

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