Der BVB-Anschlag und seine Folgen | Sport | DW | 27.11.2018
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Sport

Der BVB-Anschlag und seine Folgen

Das Dortmunder Landgericht verurteilt im Prozess um den Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund im April 2017 den Bombenleger zu 14 Jahren Gefängnis. Eine Chronologie.

11. April 2017: Der Tag des Viertelfinal-Hinspiels der Champions League zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco. Nachdem der BVB-Teambus das Gelände des Mannschaftshotels verlassen hat, explodieren gegen 19.15 Uhr in der  Nähe des Fahrzeugs drei Sprengsätze. Der Bus wird schwer beschädigt. BVB-Profi Marc Bartra wird am Arm verletzt und wird noch in der Nacht operiert, ein Polizist erleidet ein Knalltrauma. Um 20.30 Uhr sagt die UEFA das Spiel ab und verschiebt es auf den nächsten Tag.

12. April 2017: Der BVB verliert das Spiel gegen Monaco mit 2:3. Nach der Niederlage kritisiert BVB-Trainer Thomas Tuchel die Uefa: "Die Termine werden vorgegeben und wir haben zu funktionieren", klagt Tuchel. "Wir hatten das Gefühl, dass wir behandelt werden, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen." Auch aus der Mannschaft gibt es kritische Stimmen. "Die Uefa muss verstehen, dass wir keine Tiere sind", sagt Verteidiger Sokratis. "Wir sind Menschen, die eine Familie und Kinder zu Hause haben."

13. April 2017: Die UEFA weist die Vorwürfe Tuchels zurück. Die Entscheidung, das Spiel anzupfeifen, sei "in Kooperation und kompletter Zustimmung mit Klubs und Behörden" getroffen worden.

Die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen. Zwei festgenommene Männer, die der Tat verdächtigt wurden, kommen wieder auf freien Fuß.

15. April 2017: Marc Bartra verlässt das Krankenhaus. Am Tag zuvor hat er den Anschlag als "die härtesten 15 Minuten meines Lebens" bezeichnet.

19. April 2017: Der BVB verliert das Viertelfinal-Rückspiel in Monaco 1:3 und scheidet aus.

21. April 2017: Im Raum Tübingen wird Sergej W. festgenommen. Die Bundesanwaltschaft erlässt gegen den 28-Jährigen Haftbefehl. Der Elektrotechniker, der sowohl einen deutschen als auch einen russischen Pass besitzt, soll an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert haben. Er bestreitet die Tat.

Deutschland Rottenburg Festnahme nach Anschlag auf Borussia Dortmund (Reuters/M. Dalder)

In der Stadt Rottenburg nahe Tübingen wird Sergej W. als Tatverdächtiger festgenommen

6. Mai 2017: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht in einem Interview von einem "klaren Dissens" mit Trainer Tuchel über den Umgang mit dem Bombenanschlag auf die Spieler der Borussia im April. Tuchel lehnt einen Kommentar ab: "Ich verbiete mir, zu diesem Zeitpunkt darauf einzugehen oder darüber nachzudenken."

29. Mai 2017: Nach dem DFB-Pokalsieg des BVB gibt der Verein die Trennung von Trainer Thomas Tuchel bekannt, will sich über die Gründe jedoch "nicht im Detail äußern. Der BVB legt großen Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Ursache der Trennung keinesfalls um eine  Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Personen handelt."

29. August 2017: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Sergej W. Der Vorwurf: 28-facher versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen.

21. Dezember 2017: Vor dem Dortmunder Landgericht beginnt der Prozess gegen Sergej W. Der BVB tritt als Nebenkläger auf.

BdT mit Deutschlandbezug | Prozess zum Anschlag auf den BVB-Bus hat begonnen 21.12.2017 (Reuters/W. Rattay )

Sergej W. muss sich vor dem Landgericht Dortmund verantworten, der Vorwurf: versuchter Mord in 28 Fällen

8. Januar 2018: Der Angeklagte legt ein Geständnis ab, bestreitet aber jede Tötungsabsicht. Er habe die Sprengsätze "extra so konzipiert, dass keine Personenschäden zu erwarten waren".

19. März 2018: Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel sagt im Prozess aus. Auf die Frage, ob er ohne den Anschlag Trainer der Dortmunder geblieben wäre, antwortet Tuchel: "Davon würde ich ausgehen."

19. November 2018: Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe gegen Sergej W. Die Anwälte des BVB und des bei der Tat verletzten Polizisten schließen sich dem Antrag der Ankläger an.

22. November 2018: Die Verteidiger des Angeklagten plädieren für eine Gefängnisstrafe unter zehn Jahren. Er habe sich lediglich der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion schuldig gemacht, nicht aber - wie von der Staatsanwaltschaft erklärt - des versuchten Mordes. 

27. November 2018: Das Dortmunder Landgericht verurteil Sergej W. wegen versuchten Mordes in 28 Fällen zu 14 Jahren Gefängnis.

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