Debatte um Silvester-Feuerwerk | Deutschland | DW | 29.12.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland

Debatte um Silvester-Feuerwerk

Für die einen ist es unverzichtbar für einen gelungenen Jahresbeginn, für die anderen sind die vielen privaten Feuerwerke eine Belastung für die Umwelt oder auch eine Gefahr für die Menschen.

Das Umweltbundesamt hat zu einem Verzicht auf das private Feuerwerk aufgerufen. Dadurch könne die Feinstaubbelastung verringert werden, "das hilft der Gesundheit und verringert den Müll auf den Straßen", sagte die Chefin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, der "Rheinischen Post". In der Silvesternacht steige die Luftbelastung mit Feinstaub explosionsartig an. "In vielen Orten ist die Feinstaub-Konzentration am 1. Januar so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht."

Eine langjährige Tradition

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg hält dagegen: "Wir sollten Feuerwerk als Brauchtum respektieren. In Deutschland ist es langjährige Tradition, das neue Jahr mit einem Feuerwerk zu begrüßen", so Landsberg in der "Passauer Neuen Presse". Die Menschen brächten damit ihre Lebensfreude, aber auch ihre Hoffnung auf ein glückliches neues Jahr zum Ausdruck. Es fehle ohnehin nicht an Vorschriften und Verboten. Allerdings müssten Sicherheitsanforderungen streng beachtet werden.

Silvesterfeuerwerk (picture-alliance/dpa/P.Steffen)

Wenn der Böller unkontrolliert losgeht.....

Keine Bevormundung

CDU-Vize Julia Klöckner sprach sich im "Spiegel" ebenfalls gegen strengere Vorschriften aus. Die geltenden Regeln reichten aus, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin. Mit Blick auf die Unfälle mit Feuerwerkskörpern erklärte Klöckner, dass es immer wieder "Deppen" gebe, die ihre Mitmenschen in Gefahr brächten, doch dies komme auch in anderen Bereichen des Alltags vor. Die Forderung der Umwelthilfe, Feuerwerk aus den Innenstädten zu verbannen, nannte sie bevormundend.

Freiwilliger Verzicht

Moderater geben sich die christlichen Kirchen. Der Bamberger Erzbischof schlug einen freiwilligen Verzicht vor. An den Slogan "Brot statt Böller" solle man denken, bevor man Silvesterraketen kaufe.

Unter dem Motto "Brot statt Böller" ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf.

Übrigens: Auf den Galapagos-Inseln haben die Behörden Knaller und Böller verboten – zum Schutze der einzigartigen Tierwelt. Das Verbot bezieht sich allerdings ausschließlich auf lärmendes Feuerwerk. Pyrotechnik, die zwar Lichteffekte, aber keinen Lärm produzieren, ist nicht betroffen.

fab/nob (dpa, kna, afp)

Die Redaktion empfiehlt