Corona: Deutschland wartet auf den Impfstoff | Aktuell Deutschland | DW | 15.12.2020
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COVID-19

Corona: Deutschland wartet auf den Impfstoff

Noch ist unklar, wann in Deutschland mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen werden kann. Dass die Zulassung auf europäischer Ebene nach jetzigem Stand erst Ende Dezember erfolgen soll, sorgt für Stirnrunzeln.

Deutschland | Coronavirus | Impfstoff

Zwei kleine Piekser und eine erwartete große Wirkung: der Impfstoff gegen das Coronavirus

Kaum hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder zu einem erneuten harten Lockdown ab diesem Mittwoch durchgerungen, rückte in der Diskussion eine weitere Frage in den Mittelpunkt: Wo bleibt eigentlich der Impfstoff? Die "Bild"-Zeitung warf der Bundesregierung in diesem Zusammenhang auf ihrer Titelseite gleich das "doppelte Versagen" vor, weil auch alte Menschen unzureichend geschützt seien.

Einen Tag später meldet eben jene "Bild"-Zeitung, dass die Bundesregierung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA darauf dringt, den vom Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer entwickelten Impfstoff noch vor Weihnachten zuzulassen. Das Bundeskanzleramt sowie das Bundesgesundheitsministerium verlangten intern von der EMA, das Vakzin bis 23. Dezember zur Verimpfung auf EU-Ebene und damit auch in Deutschland freizugeben, berichtet das Blatt unter Berufung auf Regierungs- und EU-Kreise.

Deutschland SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach

Mit der Verzögerung in Europa habe niemand gerechnet: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

Die EMA hat bislang eine Entscheidung über den Impfstoff für den 29. Dezember angekündigt. In Großbritannien, den USA und Kanada ist das Vakzin von Biontech und Pfizer bereits zugelassen. Dort liefen die Impfaktionen auch schon an.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die EMA dafür, dass sie bei der Zulassung des Impfstoffs hinter den Behörden anderer Staaten hinterherhinkt. Eine Notzulassung wie in Großbritannien sei auch in Deutschland rechtlich möglich, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Diese sei aber hierzulande nicht vorbereitet worden, "weil man mit der Verzögerung der Zulassung auf europäischer Ebene einfach nicht rechnen konnte".

"Ich frage mich ...."

Nicht nur die Politik, sondern auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert nun eine schnellere Genehmigung. "Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen", sagte der Präsident der Gesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland RND. "Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner dort impfen."

Deutschland Gesundheitsreserve | Gesundheitsminister Jens Spahn

Bis zum Sommer 60 Prozent der Deutschen geimpft? Das stellt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Bürger in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. "Stand heute" könne im Sommer mit einer solch großen Zahl an Impfdosen gerechnet werden, dass dann im Sommer weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF. Am Dienstagvormittag will sich Spahn zusammen mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, in einer Pressekonferenz äußern. Teilnehmen werden auch die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, und die Virologin Sandra Ciesek.

Am Dienstag soll auch die kostenlose Verteilung von FFP2-Masken für rund 27 Millionen Bürger in Deutschland aus Corona-Risikogruppen beginnen. Erst am Dienstag, würde die Zeitung schreiben, die jene Schlagzeile mit dem doppelten Versagen gemacht hatte.

Infektionszahlen bleiben auf hohem Niveau

Das RKI meldete übrigens am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter, dass binnen 24 Stunden 14.432 neue Ansteckungsfälle in Deutschland erfasst wurden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg den Angaben zufolge binnen eines Tages um 500 auf insgesamt 22.475. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - ging leicht zurück auf 173,7. 

ml/al (dpa, rtr, afp)

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