Chinas Staatschef Xi Jinping will Nordkorea besuchen | Aktuell Asien | DW | 17.06.2019
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China und Nordkorea

Chinas Staatschef Xi Jinping will Nordkorea besuchen

Nach fast 15 Jahren reist erstmals wieder ein chinesischer Präsident nach Nordkorea. Der Besuch fällt in die Woche vor dem G20-Gipfel in Japan. Beobachter sehen darin auch eine indirekte Botschaft an US-Präsident Trump.

China, Peking: Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un trifft Präsident Xi Jinping (Reuters/KCNA)

Schon viermal besuchte Kim Jong Un (l.) Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking, hier im Januar 2019

Präsident Xi Jinping werde auf Einladung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un Pjöngjang besuchen, berichtete der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV. Bereits am Donnerstag werde Xi in Nordkorea erwartet. Nordkoreas Machthaber Kim hat Xi im vergangenen Jahr schon vier Mal besucht. Für Xi ist es der erste Staatsbesuch in dem Nachbarland überhaupt. Zuletzt war der damalige chinesische Präsident Hu Jintao im Jahr 2005 in Pjöngjang.

Xis Staatsbesuch in Nordkorea fällt in eine Wiederannäherungsphase der beiden Länder, die vor etwa einem Jahr ihren Anfang nahm. Zuvor hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden verbündeten Staaten wegen der chinesischen Unterstützung für UN-Sanktionen gegen Nordkoreas Atomwaffenprogramm abgekühlt. Inzwischen hat sich Peking aber wieder stärker mit Pjöngjang solidarisiert. So hatte sich Xis Regierung im Mai an einem von 70 Ländern unterzeichneten Aufruf an Nordkorea, das Atomwaffenprogramm einzustellen, nicht beteiligt.

"China immer noch ein zentraler Akteur"

In den USA dürfte Xis Staatsbesuch in Nordkorea nur eine Woche vor dem G20-Gipfel, der ab dem 28. Juni in Japan stattfindet, Irritationen auslösen. Beobachter sehen in Xis Staatsbesuch auch den Versuch, US-Präsident Donald Trump an den enormen chinesischen Einfluss auf Nordkorea zu erinnern.

US-Präsident Donald Trump (R) und der chinesische Präsident Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes in Peking (picture-alliance/dpa)

Will Xi dem US-Präsidenten in Sachen Nordkorea zeigen, wo es langgeht?

Mit seiner Reise sende Xi ein Signal nach Washington, um zu zeigen, "dass China immer noch ein zentraler Akteur" sei, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den Ostasien-Experte an der Universität Sydney, Jingdong Yuan.

Laut CCTV will Xi gemeinsam mit Nordkoreas Machthaber Kim Fortschritte in "Fragen der Halbinsel" erreichen. Damit dürften die Atomgespräche zwischen den USA und Nordkorea gemeint sein. Trumps Verhandlungen mit Kim über die atomare Abrüstung Nordkoreas befinden sich seit geraumer Zeit in der Sackgasse. Einen argen Dämpfer in seiner Nordkorea-Politik erhielt Trump im Februar, als er und Kim ihr zweites Gipfeltreffen in Vietnam zur atomaren Abrüstung Nordkoreas vorzeitig beendeten.

Korea-Frage als Faustpfand im Handelskonflikt

In der Folge warf Kim Washington "Arglist" vor und setzte den USA eine Frist bis Ende des Jahres, um alle Sanktionen gegen sein Land aufzuheben.

Vietnam l Hanoi, US-Präsident Donald Trump trifft den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un - Gipfel ohne Einigung beendet (picture alliance/dpa/E. Vucci)

Nach ihrem Treffen im Februar trennten sich Kim und Trump ohne Ergebnis

Nach Einschätzung des China-Experten Jingdong Yuan könnte Xi den Besuch als Faustpfand im Handelskonflikt mit den USA benutzen. Peking liegt mit Washington in Handelsfragen seit rund einem Jahr in schwerem Streit. Beim G20-Gipfel in Japan wollen sich Xi und Trump auch wegen des schwelenden Handelskonflikts treffen.

cw/se (afp, dpa, rtr)

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