China nimmt ehemaligen Interpol-Chef offiziell fest | Aktuell Asien | DW | 24.04.2019
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Korruptionsverdacht

China nimmt ehemaligen Interpol-Chef offiziell fest

Mehr als ein halbes Jahr nach seiner Festsetzung in China haben die Behörden Haftbefehl gegen den ehemaligen Interpol-Chef Meng Hongwei erlassen. Es bestehe der Verdacht der Korruption und persönlichen Vorteilsnahme.

Faktisch befindet sich der einst mächtige chinesische Politiker Meng Hongwei bereits seit vergangenem Herbst nicht mehr auf freiem Fuß. Damals war er vom Interpol-Sitz in Frankreich nach China gereist und dort "unter Aufsicht" gestellt worden. Im März wurde der ehemalige Vizepolizeiminister Chinas dann aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben. Dies führt in China in aller Regel zur Anklage und zu anschließender Verurteilung.

Meng wird vorgeworfen, "seine Position und seine Macht zum persönlichen Vorteil missbraucht", staatliche Gelder für die Finanzierung des "extravaganten Lebensstils seiner Familie verschwendet" und die Prinzipien der Partei missachtet zu haben, wie die parteiinterne Disziplinarkommission mitteilte.

Als vermisst gemeldet

Die Frau von Meng Hongwei hatte ihn bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts mehr von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war. Die Art und Weise, wie der chinesische Interpol-Chef plötzlich ohne vorherige Ankündigung aus dem Verkehr gezogen wurde, hatte internationale Kritik ausgelöst.

Südkorea Kim Jong Yang (picture-alliance/AP Photo/K. Kyung-kook)

Interimschef und Nachfolger Mengs: Der Südkoreaner Kim Jong Yang ist neuer Interpol-Chef

Ende 2018 wurde der 57-jährige Südkoreaner Kim Jong Yang zum neuen Präsidenten der internationalen Polizeibehörde Interpol gewählt. Er hatte die Organisation bereits übergangsweise geleitet, nachdem Meng Hongwei verschwunden war. Interpol koordiniert die internationale Zusammenarbeit der Polizei und dient dem Austausch von Informationen, zum Beispiel über Haftbefehle.

Chinas Kampf gegen Korruption

Die chinesische Führung unter Präsident Xi Jinping hat der Korruption den Kampf angesagt. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche einst unantastbare Mitglieder der Kommunistischen Partei, der Regierung, des Militärs und Mitarbeiter staatlicher Unternehmen im Zuge der Kampagne verurteilt.

Meng wurde im November 2016 Interpol-Präsident. Die Personalie gehörte zu den Bemühungen Chinas, mehr Schlüsselpositionen in internationalen Organisationen zu besetzen, um Prestige und Einfluss in der Welt zu stärken.

pgr/ww (dpa, ap, afp)

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