China meldet mehr als 720 Tote | Aktuell Welt | DW | 08.02.2020
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Coronavirus

China meldet mehr als 720 Tote

Durch das Coronavirus sterben in China immer mehr Menschen. Wie die Behörden mitteilten, starben seit dem Vortag weitere 86 Menschen an der Infektion - bis auf fünf kommen alle aus der zentralchinesischen Provinz Hubei.

Die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer der Epidemie in Festlandchina und Hongkong stieg damit auf mindestens 722. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, ist inzwischen auch ein Japaner in China dem Coronavirus erlegen. Der Mann starb demnach nach einer schweren  Lungenentzündung in einem Krankenhaus in der besonders betroffenen Stadt Wuhan. Auch die US-Botschaft bestätigte den Tod eines US-Bürgers, der ebenfalls in Wuhan dem Virus zum Opfer gefallen war. Insgesamt gibt es inzwischen mehr Todesfälle als bei der SARS-Epidemie 2002/2003. Durch die ebenfalls durch ein Coronavirus übertragene Atemwegserkrankung SARS waren damals in Festlandchina und Hongkong etwa 650 Menschen gestorben.

Mehr als 34.000 Infizierte

Nach Angaben der Kommission wurden seit Freitag rund 3400 weitere Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus verzeichnet. Die Gesamtzahl der Krankheitsfälle in China wuchs damit auf mehr als 34.500. 

Hubei ist das Zentrum der Epidemie, von der dortigen Millionenmetropole Wuhan hatte der Erreger seinen Ausgang genommen. Von China aus hat sich das Coronavirus in mehr als zwei Dutzend weitere Länder ausgebreitet.

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Fünf neue Infektionen in Frankreich

Mit dem Bekanntwerden fünf neuer Infektionen in Frankreich ist die Zahl der Coronavirus-Fälle in Europa auf mindestens 37 gestiegen. Ein Kind und vier Erwachsene mit britischer Staatsbürgerschaft seien in Frankreich positiv auf das Virus getestet worden, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit. Die Patienten würden in Krankenhäusern behandelt und zeigten keine Anzeichen einer schweren Erkrankung, erklärte Buzyn. In Deutschland sind bislang 14 nachgewiesene Infektionen bekannt.

Derweil bereitet sich Berlin sich auf die Ankunft von etwa 20 Menschen aus der schwer vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan in China vor. "Die Bundesregierung hat entschieden, weitere Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Wuhan in Berlin landen zu lassen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Die Rückkehrer sollen an diesem Sonntag mit einem Flugzeug auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel landen. Dort werden sie laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Sie sollen in einem Isolierbereich in einer Klinik in Berlin-Köpenick untergebracht werden.

Angebot aus den USA

Die USA wollen China und andere vom Coronavirus betroffene Länder mit bis zu 100 Millionen US-Dollar unterstützen. Das Außenministerium habe diese Woche den Transport von etwas mehr als 16 Tonnen an gespendeten medizinischen Hilfsgütern an China ermöglicht, darunter Masken, Kittel und Atemschutz, teilte das Ministerium mit.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits Ende Januar gesagt, er habe China und Präsident Xi Jinping "jegliche notwendige Hilfe" angeboten. Diese Darstellung Trumps wurde in Peking allerdings zurückgewiesen. Zugleich übte China scharfe Kritik am Einreiseverbot, das die USA wegen des Virus erlassen haben. Es gilt für Chinesen und Ausländer, die in China waren.

haz/jm/kle (afp,rtr, dpa)

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