Chiles Ex-Präsidentin wird UN-Menschenrechtskommissarin | Aktuell Welt | DW | 08.08.2018
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Vereinte Nationen

Chiles Ex-Präsidentin wird UN-Menschenrechtskommissarin

Michelle Bachelet kehrt zu den Vereinten Nationen zurück. UN-Generalsekretär António Guterres hat die zweimalige chilenische Präsidentin als neue Kommissarin für Menschenrechte vorgeschlagen.

Die Sozialistin gehört zu den einflussreichsten Politikerinnen der Welt. Bachelet war Chiles erste Präsidentin. Sie regierte für zwei Amtszeiten 2006 bis 2010 sowie 2014 bis 2018 als Staatsoberhaupt. Von 2010 bis 2013 leitete sie die neu gegründete Behörde UN Women, die sich mit der Gleichstellung und den Rechten von Frauen weltweit befasst. In dieser Funktion trug sie auch den Titel der  Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen.

Generalsekretär António Guterres hat nun der UN-Vollversammlung vorgeschlagen, Michelle Bachelet zur Menschenrechtskommissarin zu ernennen. Die Chilenin hatte sich damit einverstanden erklärt. Nun muss die Personalentscheidung noch von der Vollversammlung bestätigt werden, eine Formsache.

Chile | Screenshot Videobotschaft Präsidentin Bachelet - Abschiedsgruß an die Bürger (facebook.com/MichelleBacheletPresidenta)

Michelle Bachelet im März beim Abschiedsgruß an die chilenischen Bürger (Facebook-Screenshot)

Bachelet genießt auch deshalb international Anerkennung, weil sie sich gegen die Diktatur in Chile unter Augusto Pinochet gestellt hatte und deshalb in den 1970er Jahren inhaftiert und gefoltert worden war. Nach ihrer Freilassung ging sie nach Australien und dann in die DDR. 1979 kehrte sie nach Chile zurück. Nach dem Ende der Diktatur in Chile 1990 startete die ausgebildete Ärztin eine politische Karriere im Gesundheitsministerium. Im vergangenen März hatte Bachelet die chilenische Präsidentschaft an ihren Nachfolger Sebastián Piñera für dessen zweite Amtszeit abgegeben.

"Auch ranghöchste Politiker nicht verschonen"

Die 66-jährige Bachelet soll dem Jordanier Zeid Ra'ad Al Hussein im Amt nachfolgen, der seit September 2014 UN-Menschenrechtskommissar ist. Er strebt keine zweite Amtszeit an, nachdem er die Unterstützung einflussreicher Länder verloren hatte.

Seid Al-Hussein (Reuters/P. Albouy)

Zeid Ra'ad Al Hussein spricht auf einer Pressekonferenz der Vereinten Nationen

Zeid hat in der Vergangenheit deutliche Kritik an Staatsoberhäuptern geäußert, etwa an US-Präsident Donald Trump und dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte. Auch ranghöchste Politiker dürften beim Thema Menschenrechte nicht von Kritik verschont bleiben, hatte Zeid vergangene Woche mit Blick auf seine Nachfolge gesagt.

rb/se (afp, ap, dpa, rtr)

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