Chemiewaffen-Inspekteure haben erste Proben in Duma genommen | Aktuell Nahost | DW | 21.04.2018
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Krieg in Syrien

Chemiewaffen-Inspekteure haben erste Proben in Duma genommen

OPCW-Experten haben erstes Material für ihre Analysen gesammelt. Sie untersuchen in der syrischen Stadt einen möglichen Giftgaseinsatz. Zuvor hatte das russische Außenministerium die Ankunft der Inspekteure bestätigt.

Die Proben werden nach Abschluss der Untersuchung in das OPCW-Labor im niederländischen Rijswijk und dann zur Analyse in ausgewählte Labore gebracht, hieß es in der Erklärung. Nach einer Bewertung der Lage vor Ort werde über einen weiteren Besuch in Duma (Artikelbild) entschieden, teilte die Organisation für das Verbot der Chemiewaffen (OPCW) mit. Laut Experten kann die Analyse der Proben zwei bis drei Wochen dauern.

Russland erwarte eine "maximal unvoreingenommene Untersuchung" der Ereignisse vom 7. April in Duma, sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Moskau, ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, hatte zuvor erklärt, eigene Proben in Duma hätten keine Hinweise auf einen Angriff mit Chemiewaffen gezeigt. Auch die syrische Regierung dementierte wiederholt den Einsatz chemischer Waffen.

Nach westlicher Auffassung hatte die Armee der Assad-Führung damals Giftgas über der von Regierungsgegnern gehaltenen Stadt abgeworfen. Bei dem Angriff wurden nach Angaben örtlicher Helfer mindestens 40 Menschen getötet.

Reise mit Hindernissen

Die OPCW-Experten hatten wegen Sicherheitsproblemen tagelang auf den Einsatz warten müssen. Der Westen vermutete die Verantwortung dafür bei der syrischen Regierung und ihrer Schutzmacht Russland. Bereits während der Woche wollte die OPCW-Delegation nach Syrien reisen. Doch Sicherheitsmitarbeiter der Vereinten Nationen gerieten unter Beschuss, als sie die Sicherheitslage für das OPCW-Team erkunden wollten. Russland warf den Rebellen in Syrien vor, die Inspektoren daran gehindert zu haben, die Stadt Duma zu erreichen.

München MSC 2018 | UN-Sondergesandter für Syrien Staffan de Mistura (Getty Images/AFP/T. Kienzle)

Der UN-Sondergesandter für Syrien, Staffan de Mistura, hofft auf eine politische Lösung

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Syrien, Staffan de Mistura, sagte, er sei ermutigt, dass Russland weiterhin eine politische Lösung für Syrien trotz aller Spannungen im Zusammenhang mit dem westlichen Raketenangriff unterstütze. Zeitgleich zum Eintreffen der Kontrolleure tagen die Botschafter des UN-Sicherheitsrates. Sie treffen sich an diesem Wochenende in Schweden zu einer Klausurtagung. Haupthema dürfte auch der Syrienkrieg sein.

Abzug der Rebellen

Unterdessen wurde bekannt, dass die Aufständischen ein weiteres Rebellengebiet bei Damaskus verlassen haben. Busse hätten sie aus der Region um Ost-Kalamun in Richtung von Rebellengebieten im Norden des Landes gebracht, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Demnach hatten die teilweise radikalen Islamisten, die mit ihren Familien transportiert wurden, zuvor ihre Waffen abgegeben.

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kam die Einigung der Kriegsparteien unter Vermittlung des syrischen Verbündeten Russland zustande. Das Abkommen ist ein weiterer Sieg für Assads Regierung, die erst vor einer Woche die Übernahme der vollen Kontrolle über die ehemalige Rebellenhochburg Ost-Ghuta erklärt hatte.

cgn/se (afpe, ap, dpa)