Chef des Palästinenserhilfswerks tritt zurück | Aktuell Nahost | DW | 06.11.2019
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Nahost

Chef des Palästinenserhilfswerks tritt zurück

Der Generalsekretär des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Pierre Krähenbühl, kam damit einer möglichen Entlasssung zuvor. Eine interne Ermittlung hatte Fragen zu seinem Führungsstil aufgeworfen.

Das Büro von UN-Generalsekretär António Guterres übermittelte die Entscheidung des Schweizers Krähenbühl. Ein UN-Sprecher sagte, Pierre Krähenbühl habe Guterres seine "persönliche Entscheidung" in einem Brief mitgeteilt. Die Vorwürfe gegen ihn würden weiter geprüft. Vize-Chef Christian Saunders übernimmt zunächst die Gesamtverantwortung beim Palästinenserhilfswerk UNRWA (UN Relief and Works Agency for Palestine Refugees).

Zuvor hatte das UNWRA mitgeteilt, dass Krähenbühl angesichts einer Untersuchung zu möglichem Missmanagement sein Amt vorübergehend niederlege. Eine interne Ermittlung in den vergangenen Monaten habe Fragen zu seinem Führungsstil aufgeworfen. Bei der Untersuchung gelte es sicherzustellen, dass die Organisation "auf den höchsten Standards von Professionalität, Transparenz und Effizienz" agiere, hieß es.

Kein Betrug und keine Unterschlagung

Nach ersten Untersuchungsergebnissen schlossen die UN aus, dass Krähenbühl sich des Betrugs oder der Unterschlagung von Hilfsgeldern schuldig gemacht habe. Es gebe jedoch "Managementprobleme, die angegangen werden müssen", hatte das Büro von Generalsekretär Guterres mitgeteilt.

Krähenbühl kam mit seinem Rückzug einer möglichen Entlassung zuvor. Erste Vorwürfe gegen ihn waren im Sommer aufgetaucht.

Die Vereinten Nationen hatten das UNRWA 1949 gegründet, um palästinensischen Flüchtlingen zu helfen. Mittlerweile unterstützte dieses mehr als 5,5 Millionen Palästinenser - Menschen, die 1948 flüchteten oder in der Folgezeit von Israel vertrieben wurden, sowie ihre Nachkommen. Das UNRWA ist unter anderem in Jordanien, im Libanon und in den Palästinensergebieten tätig und führt vor allem Schulen und Gesundheitseinrichtungen.

Das UNRWA war in eine Finanzkrise gerutscht, nachdem die USA im vergangenen Jahr entschieden hatten, ihre Zahlungen massiv zu kürzen. 2018 hatten die USA nur 60 Millionen Dollar gezahlt. Im Jahr zuvor waren es noch 360 Millionen Dollar gewesen. Deutschland war 2018 als einzelnes Land der größte Geldgeber mit rund 177 Millionen Euro.

qu/ml (dpa, rtr, ape)

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