Champions League: FC Bayern ringt Real Madrid nieder
16. April 2026
Nach dem Abpfiff des Viertelfinal-Rückspiels in der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid gab es wohl kaum einen anderen Ort in München, an dem ähnlich starke Emotionen herrschten wie in der Arena des FC Bayern - und noch dazu so unterschiedliche.
Quasi mit dem Schlusspfiff hatte Bayerns Mittelfeldspieler Michael Olise den 4:3-Siegtreffer erzielt (90. Minute+4) und die Münchener nach dem 2:1-Auswärtssieg im Hinspiel endgültig ins Halbfinale geschossen. Spieler, Betreuer und Fans jubelten gemeinsam, das Spiel wurde nach dem Tor gar nicht mehr angepfiffen.
Die Spieler von Real Madrid waren dagegen außer sich. Dreimal hatten sie in München die Führung erzielt und am Weiterkommen geschnuppert, dann aber schickte der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic Madrids Eduardo Camavinga nach einem eher leichten Einsteigen gegen Harry Kane mit der Gelb-Roten Karte vom Platz (86.) und das Spiel kippte zugunsten der Bayern.
Über diese - in ihren Augen ungerechte und spielentscheidende - Bewertung des Schiedsrichters regte sich Madrids Jungstar Arda Güler so sehr auf, dass er ebenfalls die Gelb-Rote Karte sah (90.+5) - nach dem Schlusspfiff und obwohl er bereits ausgewechselt war. Güler hatte zuvor zwei schöne Tore erzielt, bei denen Bayern-Torhüter Manuel Neuer jeweils keinen sicheren Eindruck machte.
"Ich glaube, man muss erstmal verarbeiten, was heute Abend hier passiert ist", meinte Neuer anschließend. "Es war eine richtige Champions-League-Nacht, die wir so auch noch nicht erlebt haben. Aber es war auf jeden Fall für den Zuschauer und für uns alle ein bisschen was geboten."
Die Münchener treffen im Halbfinale nun auf Titelverteidiger Paris St. Germain. Für Madrid und Trainer Alvaro Arbeloa war das Ausscheiden dagegen katastrophal. Die Champions League war die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison für den Nachfolger von Xabi Alonso und dessen Team.
Arsenal quält sich chancenarm ins Halbfinale
Ebenfalls eine Runde weiter ist der FC Arsenal. Der Tabellenführer der englischen Premier League quälte sich allerdings mehr schlecht als recht mit einem torlosen 0:0 gegen Sporting Lissabon eine Runde weiter.
Das Hinspiel in Portugal hatten die Londoner durch einen Treffer des deutschen Nationalspielers Kai Havertz knapp mit 1:0 gewonnen. Torchancen gab es - wie schon in den vergangenen Spielen - kaum, weswegen zuletzt aus Umfeld und Medien Kritik aufgekommen war.
"Wir sind nicht perfekt, aber was diese Spieler geleistet haben, ist wertvoll", konterte Teammanager Mikel Arteta, und auch Mannschaftskapitän Declan Rice war die Kritik herzlich egal. "Was kümmert es uns, was andere denken?", fragte er. Im Halbfinale bekommt es Arsenal nun mit Atletico Madrid zu tun.
Flicks Traum von der "Königsklasse" geplatzt
Die Madrilenen setzten sich am Dienstag gegen den FC Barcelona durch und beendeten damit auch für den deutschen Barça-Trainer Hansi Flick den Traum vom Titel. Zwar gewannen die Katalanen mit 2:1, konnten die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel damit aber nicht mehr wettmachen.
"Wir müssen das Ergebnis akzeptieren", sagte Flick und ergänzte mit Blick auf die einzig verbliebene Titelchance und den Vorsprung von neun Punkten auf Real Madrid in Spaniens Liga: "Der nächste Schritt ist, die Liga zu gewinnen, wir sind auf diesem Weg. Es ist noch nicht entschieden."
Flick war in seiner ersten Saison bei Barcelona im Vorjahr im Halbfinale der Champions League gescheitert und hatte die Meisterschaft und den Pokal geworden. Der zweite nationale Meistertitel bleibt daher wohl eher als "Trostpreis" für die erneut verpasste Chance in der "Königsklasse".
Florian Wirtz scheidet mit Liverpool aus
Auch im zweiten Spiel des Abends war für einen Deutschen Schluss: Florian Wirtz und der FC Liverpool schieden mit einer 0:2-Niederlage gegen Paris Saint-Germain aus. Wirtz blieb dabei einmal mehr unauffällig - ganz anders als der Ex-Bundesliga-Spieler Ousmane Dembélé, der beide Tore für PSG erzielte.
"Am Ende geht es nur um Tore. Das war das, was uns gefehlt hat. Dass wir dieses eine Tor nicht geschossen haben, um alles ins Rollen zu bringen, weil das dann auch noch mal ein bisschen Nervosität beim Gegner auslöst", sagte Wirtz anschließend.
Ekitiké verpasst WM
Neben dem Aus in der Königsklasse gab es für die "Reds" eine weitere Hiobsbotschaft. Hugo Ekitiké, der bis vergangenen Sommer noch für Eintracht Frankfurt gespielt hatte, musste mit Verdacht auf einen Achillessehnenriss ausgewechselt werden.
Da sich die Diagnose nach Untersuchungen einen Tag später bestätigte, fällt der Angreifer lange aus und kann nicht mit der französischen Nationalmannschaft an der Fußball-WM im Sommer teilnehmen.
Viertelfinal-Rückspiele der Champions League im Überblick:
Dienstag, 15. April 2026:
FC Liverpool - Paris Saint-Germain 0:2 (0:0) | Hinspiel 0:2
Tore: 0:1 Dembélé (73.), 0:2 Dembélé (90.+1)
Atletico Madrid - FC Barcelona 1:2 (1:2) | Hinspiel 2:0
Tore: 0:1 Yamal (4.), 0:2 Ferran Torres (23.), 1:2 Lookman (31.)
Mittwoch, 16. April 2026:
FC Bayern München - Real Madrid 4:3 (2:3) | Hinspiel 2:1
Tore: 0:1 Güler (1.), 1:1 Pavlovic (6.), 1:2 Güler (29.), 2:2 Kane (38.), 2:3 Mbappé (42.), 3:3 Luis Diaz (89.), 4:3 Olise (90.+4)
Gelb-Rote Karten: 86. Camavinga (Madrid), 90.+5 Güler (Madrid)
FC Arsenal - Sporting Lissabon 0:0 | Hinspiel 1:0
Tore: keine
Der Artikel wurde am 16. April aktualisiert und neu freigeschaltet.