Bus mit Kopten in Ägypten gerät unter Feuer | Aktuell Nahost | DW | 02.11.2018
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Nordafrika

Bus mit Kopten in Ägypten gerät unter Feuer

Es sollte ein Ausflug zum Kloster des Heiligen Samuel in Ägypten werden. Doch für sieben Pilger endete er mit dem Tod. Unbekannte schossen auf den Bus der koptischen Christen. Es ist nicht der erste derartige Fall.

Ägypten | Kuppel mit Kreuz, koptische Kirche, Kathedrale von St. Michael in Assuan (picture-alliance/dpa/imageBROKER)

Ein Kreuz auf einer koptischen Kirche in der ägyptischen Stadt Assuan

In der ägyptischen Provinz Al-Minja haben Unbekannte auf einen Bus mit koptischen Pilgern geschossen. Mindestens sieben Menschen seien dabei getötet worden, sagte ein Sprecher der koptischen Kirche. Mindestens 14 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden. Die Polizei sprach am Freitag offiziell von sieben Toten und sieben Verletzten. Aus dem Innenministerium in Kairo hieß es, eine Gruppe Terroristen habe den Bus auf ihrem Weg zu einem Kloster in Al-Minja angehalten und das Feuer auf die Pilger eröffnet.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erklärte, sie sei für den Angriff verantwortlich. Die Provinz Al-Minja liegt rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Kairo am Nil. Videos des Nachrichtensenders Al-Arabiya zeigten die zerschossenen Fenster des Kleinbusses und mehrere mutmaßliche Opfer, die sich noch auf ihren Sitzen befanden.

Mogherini entsetzt

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini äußerte sich bestürzt angesichts des neuerlichen Zwischenfalls. Die Sicherheitsvorkehrungen in Ägypten müssten verbessert werden. Der Anschlag ereignete sich einen Tag vor der Eröffnung eines internationalen Jugendforums auf der Sinai-Halbinsel im Norden Ägyptens.

Ägypten 28 Christen bei Angriff auf Bus getötet (picture-alliance/dpa/Stringer)

Hinterbliebene trauern um die Opfer des Feuerüberfalls auf einen Bus mit koptischen Christen im Mai 2017

Bereits vor eineinhalb Jahren hatten Attentäter einen Bus mit koptischen Pilgern nördlich von Al-Minja angegriffen. Damals wurden 29 Menschen getötet, 22 wurden verletzt. Der IS reklamierte auch diese Tat für sich. Die ägyptische Luftwaffe bombardierte daraufhin mutmaßliche IS-Ausbildungslager in Libyen.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi ist die Sicherheitslage in Ägypten fragil. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Häufig sind Sicherheitskräfte oder Kopten das Ziel. Nach Schätzungen sind rund zehn Prozent der etwa 100 Millionen Ägypter Christen.

sti/kle/uh (afp, ap, dpa, rtr)

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