Bundesländer wollen offenbar weitreichendes Messerverbot | Aktuell Europa | DW | 11.05.2019
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Waffenrecht

Bundesländer wollen offenbar weitreichendes Messerverbot

Bremen und Niedersachsen haben im Bundesrat laut einem Medienbericht ein weitreichendes Verbot für das Mitführen von Messern angestoßen. Demnach wird mit einer breiten Zustimmung gerechnet.

Einem Zeitungsbericht zufolge will die deutsche Länderkammer das Waffengesetz verschärfen. Bremen und Niedersachsen hätten einen Gesetzentwurf für den Bundesrat formuliert, der ein Verbot für das Mitführen von Messern in Einkaufszentren, an Bahnhöfen und Haltestellen sowie bei Großveranstaltungen ermöglicht, berichtete die "Saarbrücker Zeitung".

Zur Begründung heißt es demnach, dass Messerangriffe "weiterhin in hoher Zahl" verübt würden. "Sie sind besonders gefährlich und beinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung." 

Konkret sehe das Gesetz vor, dass Waffenverbotszonen auf Orte ausgeweitet werden sollen, "an denen sich besonders viele Menschen aufhalten". Die Wahrscheinlichkeit sei "besonders hoch", dass es an diesen Orten zu Übergriffen komme. 

Feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern dürften dann nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden - bislang sind maximal zwölf Zentimeter erlaubt. Der Umgang mit Springmessern soll unabhängig von der Klingenlänge komplett verboten werden. Laut Zeitung wird mit einer breiten Zustimmung im Bundesrat gerechnet. 

In Europa sind die Regelungen höchst unterschiedlich: In Österreich beispielsweise gibt es keine ausdrücklichen Bestimmungen, die den Besitz von Messern regeln. In Großbritannien dagegen ist eine Reihe von Messerarten verboten, darunter beispielsweise Spring- und Butterflymesser. Dazu kommt das Verbot, Waffen mit sich zu führen – und dazu zählt jeder Gegenstand, der als Waffe eingesetzt werden könnte und für den man keine schlüssige Erklärung hat. 

stu/jj (dpa, afp)
 

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