Britische Marine stoppt Tanker der russischen Schattenflotte
14. Juni 2026
Das britische Militär hat nach Angaben von Premierminister Keir Starmer einen Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte gestoppt, der den Ärmelkanal passieren wollte. Er habe die Streitkräfte angewiesen, das Schiff abzufangen, teilte der Regierungschef auf der Online-Plattform X mit.
Erster Einsatz unter britischer Führung
Vom Verteidigungsministerium in London hieß es, "das Schiff 'Smyrtos' ist von Kommandos der Königlichen Marine und Kräften der Nationalen Behörde zur Verbrechensbekämpfung angehalten worden." Der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis fügte mit Verweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin hinzu: "Russland hängt von seiner Schattenflotte ab, um seinen Konflikt in der Ukraine zu finanzieren, und unser Verbot verschafft Putins illegalem Krieg einen Schlag." Der Einsatz sei "in enger Koordination mit den Franzosen" erfolgt und habe rund sechs Stunden gedauert. Es sei die erste Operation dieser Art unter britischer Führung gewesen.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London handelt es sich bei der "Smyrtos" um einen 244 Meter langen Öltanker, der laut der Webseite Marinetraffic.com unter der Flagge Kameruns fährt und von einem russischen Hafen kommt.
Kreml spricht von "Piraterie"
Mit Schiffen der Schattenflotte versucht Russland, die von den westlichen Alliierten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen zu umgehen. Nach britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe. Vor zwei Wochen hatte Frankreich einen aus Russland kommenden Öltanker im Atlantik überprüft - nach Pariser Angaben auch mit Unterstützung Großbritanniens. Der Kreml kritisierte damals, solche Aktionen grenzten an "internationale Piraterie".
Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. In den vergangenen Monaten hat das ukrainische Militär seine Einsätze gegen Russland verstärkt. Nach Angaben der Regierung in Kyjiw werden vor allem militärische Anlagen und Energie-Infrastruktur ins Visier genommen. Es gehe bei den Angriffen auf den Energiesektor auch darum, der Kriegskasse des Kreml Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe zu entziehen.
haz/pg (dpa, afp, rtr)