Brasiliens größte Tageszeitung verlässt Facebook | Aktuell Amerika | DW | 08.02.2018
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Internet

Brasiliens größte Tageszeitung verlässt Facebook

Ab sofort postet das Blatt keine eigenen Inhalte mehr in dem sozialen Netzwerk. Die "Folha de S.Paulo" reagiert damit auf die jüngste Entscheidung des Internetkonzerns.

Die Seite der größten Tageszeitung Brasiliens bleibt bei Facebook online, wird aber nicht mit neuen Beiträgen aktualisiert. Nach interner Diskussion reagiere man damit auf die Umstellung des Algorithmus' des Netzwerks, erläutert "Folha de S.Paulo" seinen Lesern die Entscheidung auf der Titelseite der Donnerstagsausgabe. Im Newsfeed von Facebook würden zunehmend Beiträge von Freunden und Verwandten der Nutzer und weniger von Medien und Unternehmen angezeigt. 

Angesichts der Unfähigkeit, professionellen journalistischen Inhalt von nicht-professionellen Texten zu trennen, habe das soziale Netzwerk einfach den Umfang der Berichterstattung der Medien reduziert, so das Blatt.

Meinungsblasen und "Fake News" 

Mit dieser Veränderung werde die Tendenz verstärkt, dass Nutzer nur Beiträge konsumierten, die ihre eigene Meinung widerspiegeln, argumentiert die Zeitung. So entstünden Meinungsblasen, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, gefälschte Nachrichten zu verbreiten.

Facebook war unter anderem wegen der Flut von "Fake News" während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 massiv in die Kritik geraten. Im Januar gab das Netzwerk bekannt, dass es den Kampf gegen "Fake News" stärker in die Hand der Nutzer legen wolle.

Fast sechs Millionen Follower

"Folha de S.Paulo" hat derzeit nach eigenen Angaben 5,95 Millionen Follower auf Facebook. Leser könnten weiterhin "Folha"-Inhalte auf ihren persönlichen Seiten teilen, schreibt das Blatt. 

Die Zeitung hat auch aktuelle Profile auf Twitter (6,2 Millionen Follower), Instagram (727.000) und Linkedin (726.000). Diese sollen weiter gepflegt werden.

se/jj (dpa, Folha de S.Paulo)

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