Botsuana startet umstrittene Elefantenjagd-Auktion | Aktuell Afrika | DW | 07.02.2020
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Afrika

Botsuana startet umstrittene Elefantenjagd-Auktion

In Botsuana hat erstmals seit der Wiederzulassung der Großwildjagd auf Elefanten eine Auktion über Lizenzen für Trophäenjagden stattgefunden. Maximal 70 Elefanten dürfen abgeschossen werden.

DW Global 3000 20.01.2020

Elefanten in Botsuana

Die von dem Unternehmen Auctionit Botsuana organisierte umstrittene Aktion fand in den Räumen des Umweltministeriums in der Hauptstadt Gaborone statt. Botsuanas neuer Staatschef Mokgweetsi Masisi hatte im Mai 2019 ein seit fünf Jahren bestehendes Jagdverbot abgeschafft. In dem Land im Süden Afrikas lebt die größte Elefantenpopulation der Welt.

Bei der Auktion seien sieben Lizenzen für Jagden in "kontrollierten" Gebieten angeboten worden, sagte eine Regierungssprecherin. Jede Lizenz umfasst demnach die Jagd auf zehn Elefanten. Eine Lizenz fand laut Auctionit keinen Käufer. Die anderen Lizenzen wurden für jeweils 2 Millionen Pula (181.000 Dollar) verkauft.

Gemäß der Versteigerungshinweise müssten die Jäger "nachweisliche Erfahrungen in der Elefantenjagd" vorweisen und dürfen zuvor nicht wegen Wilderei-Delikten verurteilt worden sein, hieß es.

Der Präsident des südafrikanischen Landes, Masisi, wies in der Vergangenheit stets Vorwürfe zurück, wonach die Jagden die Elefantenbestände in Botsuana bedrohten. Nach einem mehrjährigen Verbot der Wildtierjagd hatte er im November angekündigt, künftig wieder Lizenzen für Trophäenjagden zu vergeben. Wenige Monate zuvor hatte er das seit fünf Jahren bestehende Jagdverbot abgeschafft. Zur Begründung erklärte er, dass es in Botsuana eine Überbevölkerung an Elefanten gebe.

Video ansehen 06:26

Botswana: Streit um Elefantenabschuss

Die Aufhebung des Jagdverbots stieß vor allem bei Naturschützern auf Entsetzen. Masisis Amtsvorgänger Ian Khama hatte 2014 ein Jagdverbot verhängt, um den Rückgang der Wildtierpopulation aufzuhalten. Khama sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zulassung der kommerziellen Jagd demotiviere "diejenigen, die gegen die Wilderei kämpfen".

Die Jagdsaison in Botsuana soll im April beginnen. In dem Land leben nach Schätzungen rund 130.000 Elefanten, das sind etwa ein Drittel aller Elefanten auf dem afrikanischen Kontinent. Laut Artenschutzübereinkommen CITES ist der Bestand der Dickhäuter innerhalb von 100 Jahren von rund zwölf Millionen auf nun etwa 400.000 gefallen.

qu/jm (afp, rtr)

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