Wilderer schlachten Elefanten in Botsuana ab | Aktuell Afrika | DW | 05.09.2018
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Natur und Umwelt

Wilderer schlachten Elefanten in Botsuana ab

Botsuana galt lange als Arche Noah für Elefanten. Doch nun wird die illegale Jagd auch im kleineren Nachbarstaat Südafrikas zum Problem. Tierschützer sind über das Ausmaß entsetzt.

Botswana Afrikanischer Elefant (picture-alliance/imageBROKER/FLPA/M. Schuyl)

Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) beim Wandern auf staubiger Erde (Symbolbild)

Wilderer in Botsuana haben innerhalb der vergangenen drei Monate nach Angaben von Tierschützern mindestens 87 Elefanten getötet. Sie nahmen vor allem ältere Bullen ins Visier, da sie die größten Stoßzähne haben, wie die Organisation Elefanten ohne Grenzen erklärte.

Die Gruppe führt derzeit aus der Luft eine Erhebung zur Zahl der Elefanten in dem südafrikanischen Land durch. "Jeden Tag sehen wir getötete Tiere", sagte Mike Chase, der Direktor der Gruppe. Die Wilderei habe "ein Ausmaß erreicht, wie ich es bisher in Afrika noch nicht gesehen habe". Die meisten Elefantenkadaver sollen in der Nähe des nördlichen Nationalparks Okavango-Delta gefunden worden sein.

"Hochgerüstete Wildtiermafia"

Die Tierschützer des WWF warnten, die Jagd auf Botsuanas Elefanten sei besorgniserregend für die Erhaltung der Art. "Dieser beispiellose Angriff zeigt, wie erbarmungslos die hochgerüstete Wildtiermafia vorgeht", sagte die WWF-Referentin für Wildtierkriminalität, Katharina Trump. In nur einem Jahrzehnt habe Afrika über 100.000 seiner Elefanten verloren. Dies sei "eine dramatische Entwicklung, die wir stoppen müssen".

Botsuana galt bislang noch als sicherer Hafen für die Dickhäuter. Dort sollen rund 130.000 bis 150.000 Elefanten leben, etwa ein Drittel des Gesamtbestandes in Afrika. Nachdem die Tiere im nahegelegenen Angola und dem angrenzenden Namibia fast zum Aussterben gebracht wurden, weichen viele Wilderer nun aber nach Botsuana aus. Sie haben es vor allem auf die Stoßzähne der Elefanten abgesehen; das Elfenbein verkaufen sie illegal zu hohen Preisen, häufig an Kunden in Asien.

jj/kle (dpa, afp)

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