Botsuana nimmt Elefantenjagd wieder auf | Aktuell Afrika | DW | 22.05.2019
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Afrika

Botsuana nimmt Elefantenjagd wieder auf

Das kleine Binnenland im Süden Afrikas ist als luxuriöses Safariziel bekannt. Fünf Jahre lang war das Töten der Elefanten verboten. Doch unter Präsident Masisi gibt es ein Umdenken, wohl auch aus wahltaktischen Gründen.

Botswana Afrikanische Elefanten mit einem toten Artgenossen (picture alliance/WILDLIFE/M. Harvey)

Elefanten in Botsuana berühren und erforschen einen toten Artgenossen (Archiv)

Botsuana, die Heimat von fast einem Drittel aller Elefanten des afrikanischen Kontinents, lässt die Großwildjagd auf diese Säugetiere wieder zu. Das teilte das Umweltministerium in einer Erklärung mit und versicherte, die Jagd werde in Übereinstimmung mit allen Gesetzen und Vorschriften für Wildtiere erfolgen. An diesem Donnerstag will der Minister für Umwelt, Naturschutz und Touristmus, Onkokame Kitso Mokaila, Einzelheiten mitteilen.

2014 hatte der damalige Präsident Ian Khama, der sich dem Umweltschutz verpflichtet fühlte, die Jagd auf die Dickhäuter verboten. Doch unter Mokgweetsi Masisi, der das Amt des Staatschefs im April 2018 übernahm, begann ein Umdenken. Abgeordnete der regierenden Demokratischen Partei Botsuanas (BDP) setzten sich für die Aufhebung des Verbots ein. Sie argumentierten, in einigen Regionen hätten die Elefanten Überhand genommen. Kleinbauern könnten die Elefanten nicht mehr von ihren Feldern fernhalten, sie seien somit eine Gefahr für die Menschen.

Naturschutzgebiet Kaza (picture-alliance/dpa-Zentralbild)

Touristen beobachten im Chobe Nationalpark eine Herde

Parlamentswahl im Oktober

Umweltschützer und andere Aktivisten vermuten jedoch auch andere Gründe hinter der Entscheidung zur Jagd. Im Oktober wird in Botsuana ein neues Parlament gewählt. Masisi hofft mit seiner BDP auf zusätzliche Stimmen in ländlichen Regionen und auf ein neues Regierungsmandat.

Experten schätzen, dass noch etwa 130.000 Elefanten in Botsuana wild leben. Viele von ihnen pendeln über die Grenze in Nachbarländer wie Namibia, Sambia oder Simbabwe. Aus diesem Grund setzen sich Vertreter aller vier Länder auch für eine Lockerung des weltweiten Handelsverbots mit Elfenbein ein.

Wilderer sind eine große Bedrohung

Doch die Jagd nach Elfenbein stellt nach den Worten der Generalsekretärin des Artenschutzübereinkommens CITES, Ivonne Higuero, eine große Bedrohung für das langfristige Überleben der Elefanten in Afrika dar. Untersuchungen zeigten, dass die Zahl der getöteten und eines natürlichen Todes gestorbenen Elefanten in einigen Ländern weiterhin zu hoch sei, um durch Geburten ausgeglichen zu werden, sagte sie kürzlich in Genf.

Innerhalb von 100 Jahren sei die Zahl der Dickhäuter von rund zwölf Millionen auf nun etwa 400.000 gefallen, führte Higuero weiter aus. Zugleich habe sich die Bevölkerungszahl Afrikas in diesem Zeitraum auf gut 1,2 Milliarden Menschen verzehnfacht. Außer einer verstärkten Strafverfolgung von Wilderern müsse die internationale Gemeinschaft auch Wege finden, die die Interessen des Artenschutzes und die der lokalen Bevölkerung vereinten, so Higuero.

se/cvo (rtr, afp, dpa)

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