Blutiger Angriff auf Rebellen in Nigeria | Aktuell Afrika | DW | 25.10.2013
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Aktuell Afrika

Blutiger Angriff auf Rebellen in Nigeria

Bei einem Angriff des Militärs auf die islamistische Rebellengruppe Boko Haram sind im Nordosten Nigerias 74 mutmaßliche Kämpfer getötet worden. Nach Angaben der Armee wurden auch zwei Lager der Rebellen zerstört.

Ein Sprecher des nigerianischen Militärs teilte am Freitag mit, bei der Attacke seien Boden- und Luftstreitkräfte zum Einsatz gekommen. Die beiden Lager der Boko Haram in den Dörfern Galangi und Lawanti im nordwestlichen Bundesstaat Borno seien am Donnerstag unbrauchbar gemacht worden. Die Camps liegen nahe der Stadt Maiduguri, in der die Rebellengruppe vor mehr als einem Jahrzehnt gegründet worden war.

Erst am Montag waren bei Angriffen auf Boko-Haram-Lager in Borno nach Armee-Angaben 37 Kämpfer getötet worden. Das Militär hatte vor mehr als vier Monaten eine Großoffensive gegen die Islamisten gestartet und mehrmals große Erfolge gemeldet. Nach einer Reihe blutiger Angriffe mit hunderten zivilen Opfern, darunter auch dutzende Studenten, forderte Präsident Goodluck Jonathan jedoch eine Verstärkung der Bemühungen gegen die Aufständischen. Nigeria hatte im Mai den Ausnahmezustand über die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa verhängt, um Boko Haram wirksamer bekämpfen zu können.

Kampfziel Gottesstaat

Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Die 2002 gegründete Vereinigung wird für zahlreiche blutige Angriffe auf Polizei, Behörden und Kirchen verantwortlich gemacht. Die Terrorgruppe gilt als größte Sicherheitsbedrohung für den ölreichen Staat in Westafrika. Allerdings werfen Kritiker auch den Sicherheitskräften vor, bei ihrem Vorgehen gegen die Extremisten wenig Rücksicht auf die Bevölkerung zu nehmen und auf Verdacht hin unbeteiligte Zivilisten festzunehmen.

Am Mittwoch teilten Menschenrechtler mit, dass allein seit Mai in Nigeria durch Anschläge der Terrorgruppe Boko Haram mindestens 1.100 Menschen zu Tode gekommen seien. Erst am Dienstag wurden 18 Menschen bei einem Angriff im Bundesstaat Borno getötet, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag in Göttingen berichtete. "Nigerias Regierung muss dringend den Schutz der Zivilbevölkerung verstärken und sich um eine politische Lösung des Konflikts bemühen", sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Jede Woche fielen mindestens 50 Zivilisten dem Terror der islamistischen Sekte zum Opfer. Darunter nicht nur Christen, sondern auch unzählige Muslime.

kle/sti (afp, rtre, kna)