Blutige Luftangriffe im Nordwesten Syriens | Aktuell Nahost | DW | 08.06.2018
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Bürgerkrieg in Syrien

Blutige Luftangriffe im Nordwesten Syriens

Die syrische Provinz Idlib ist eine der letzten Regionen, die noch von Aufständischen kontrolliert wird. Nach Angaben von Aktivisten bombardierten dort Kampfflugzeuge einen Dorfmarkt und töteten zahlreiche Zivilisten.

Syrien Luftangriff in Idlib (picture-alliance/AA/A. Mimar)

Rettungskräfte versuchen im Dorf Sardana, einen verschütteten Mann zu bergen

Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind mindestens 44 Zivilisten getötet worden, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Unter den Toten seien auch zwei Kinder. Viele Menschen seien verletzt worden. Da unter den Trümmern weitere Menschen verschüttet worden seien, könne die Opferzahl noch steigen.

Der Angriff ereignete sich demnach in der von Rebellen und Dschihadisten kontrollierten Gegend von Sardana in der Provinz Idlib. Rettungskräfte der Organisation "Weißhelme" sagten, die Angriffe hätten auf einen Markt in der Nähe einer Moschee abgezielt. Der Chef der Bobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sprach von einem "Massaker".

Russische Jets?

Es sei davon auszugehen, dass der Angriff vom russischen Militär geflogen worden sei, teilte die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien weiter mit. Russland unterstützt die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad militärisch. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete nach dem Angriff von mehreren beschädigen Gebäuden und einem großen Krater zwischen den Gebäuden. In einem nahegelegenen Krankenhaus waren Frauen, Kinder, ältere Menschen und freiwillige Helfer unter den Verletzten.

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Syrien: Enteignung von Flüchtlingen durch die Hintertür

IS attackiert im Süden

In der südsyrischen Provinz Suweida töteten nach Angaben der Beobachtungsstelle Mitglieder der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) 22 regierungstreue Kämpfer. Zu den Toten zählten demnach elf Soldaten, neun Iraner und Kämpfer proiranischer Milizen sowie zwei nicht identifizierte Kämpfer. Auch zwölf IS-Aktivisten seien getötet worden. Es seien die ersten derartigen Angriffe des IS in der Gegend seit mehr als einem Jahr gewesen.

Seit 2011 sind nach UN-Angaben im syrischen Bürgerkrieg mehr als 400.000 Menschen getötet worden. Mehrere Millionen Bürger sind im In- und Ausland auf der Flucht. Neben Russland unterstützt auch der Iran das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

kle/mak (dpa, afp)

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