Bewegung im Streit um Gefangenenaustausch | Aktuell Welt | DW | 23.03.2020
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Afghanistan

Bewegung im Streit um Gefangenenaustausch

Auch die innerafghanischen Verhandlungen über einen Weg zum Frieden stehen im Zeichen der Pandemie. Seit Tagen herrschte jedoch Funkstille zwischen Regierung und Taliban. Nun gibt es einen Lichtblick.

Afghanistan Taliban Konflikt (Getty Images/N. Shirzada)

Fühlen sich wieder mächtig: Die Taliban jubeln über ihr Friedensabkommen mit den USA

Mühsam ist der Weg zum Frieden. Um jeden Schritt wird gerungen. Doch jetzt scheinen die Unterhändler der Regierung in Kabul und der radikalislamischen Taliban ein kleines Stück vorangekommen zu sein. Nach US-Angaben verständigten sie sich erstmals auf Modalitäten für einen möglichen Gefangenenaustausch im Rahmen ihrer Friedensverhandlungen. "Heute haben die USA und Katar die ersten technischen Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban über die Freilassung von Gefangenen ermöglicht", teilte der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, via Twitter mit. Jeder verstehe, dass die Bedrohung durch das Coronavirus ein Freikommen der Gefangenen umso dringlicher mache. Das zweistündige Gespräch fand als Videokonferenz statt.

Afghanistan | Coronavirus | Regierungsitzung mit Schutzmasken (Government of Afghanistan)

Kabinettssitzung im Zeichen der Corona-Krise: Afghanistans Präsident Ghani

Seit Tagen herrschte Funkstille zwischen der afghanischen Regierung und den Islamisten. Die Freilassung von bis zu 5000 Gefangenen war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Januar unterzeichnet hatten. Die Gefangenen gelten als Hauptdruckmittel der Regierung in Kabul.

Mit großer Sorge sehen Hilfsorganisationen derzeit die Ausbreitung des Coronavirus in Afghanistan. Die Taliban sagten Kooperation zu im Kampf gegen die neuartige Lungenkrankheit. Am Sonntag wurden 34 Infektionen bestätigt. Es wird jedoch vermutet, dass die tatsächliche Zahl durch den hohen Grenzverkehr zum stark von COVID-19 betroffenen Iran deutlich höher liegt.

se/an (afp, dpa, rtr)

 

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