Freilassung Tausender Taliban verschoben | Aktuell Asien | DW | 15.03.2020
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Afghanistan

Freilassung Tausender Taliban verschoben

In Afghanistan verzögert sich die geplante Freilassung von Taliban-Kämpfern. Das könnte den Friedensprozess zwischen der Regierung in Kabul und den militanten Islamisten gefährden.

Afghanistan Taliban Gefängnis (picture-alliance/AP Photo/R. Gul)

Taliban beim Gebet im Gefängnis (Archivfoto)

Die afghanische Regierung hat ihre Pläne zur Freilassung von Taliban-Kämpfern verschoben. Die Regierung in Kabul müsse zunächst die Identität der Häftlinge überprüfen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Dschawid Faisal. "Wir haben die Listen der freizulassenden Häftlinge bekommen und checken diese, das braucht Zeit." Die Listen zu prüfen, sei Teil des Friedensprozesses, betonte Faisal. Dieser sei damit nicht ausgesetzt.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani hatte am Mittwoch als "Geste des guten Willens" einem Gefangenenaustausch mit der militant-islamistischen Gruppe zugestimmt. Demnach sollen insgesamt 5000 Taliban freikommen.

Zwei Phasen

Die Freilassung von Häftlingen war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Februar unterzeichnet hatten. Demnach sollten ab Samstag eigentlich jeden Tag 100 Kämpfer aus dem Militärgefängnis bei Bagram auf freien Fuß gesetzt werden, vorerst 1500. Diese müssten sich verpflichten, nicht wieder am Krieg teilzunehmen, hieß es. Nach Beginn der Friedensgespräche wolle man dann alle zwei Wochen weitere 500 Gefangene freilassen.

Katar Unterzeichnung Abkommen USA mit Taliban (AFP/G. Cacace)

Die USA und die Taliban besiegelten ihr Abkommen in Katar

Seit der Unterzeichnung des Abkommens Ende vergangenen Monats hat die Gewalt in Afghanistan allerdings wieder stark zugenommen: Die Aufständischen verübten landesweit etliche Anschläge, bei denen afghanische Einsatzkräfte und Zivilisten getötet wurden. Die Regierung warnte, im Fall anhaltender Gewalt werde sie den Kampf gegen die Taliban wieder aufnehmen.

wa/ack (afp, dpa)

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