Beethovenfest unter dem Motto ″Mondschein″ | Musik | DW | 28.03.2019
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Beethovenfest 2019

Beethovenfest unter dem Motto "Mondschein"

Weltweit hat der Erdtrabant Künstler zu kreativen Höhenflügen inspiriert – in der Kunst, in der Literatur, zu Lyrik und auch zu Musik. Das Programm des Beethovenfestes 2019 konnte davon profitieren.

Eine kaum bekannte komische Oper von Joseph Haydn, in der es um einen Flug zum Mond geht, Mozarts Serenata Notturna, ein Wochenende voller Abendmusiken, Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire und die Verklärte Nacht. Bei der Vorstellung des Programms für das Beethovenfest vom 6.-19. September 2019 nannte Intendantin Nike Wagner das Festivalmotto "Mondschein" "keinen roten, sondern einen silbrigen Faden, der durch das Fest gezogen ist". 

Was im diesjährigen Motto mitschwingt ist auch ein Augenblick des Innehaltens vor den großen Jubiläums-Festlichkeiten um Ludwig van Beethoven im Jahr 2020. In dem Jahr wird der 250. Geburtstag des weltberühmten Komponisten in Bonn groß gefeiert. Zu diesem Motto passen Werke von Debussys ruhiger Claire de lune bis hin zu Mussorgskis schreiender Nacht auf dem kahlen Berge. Ebenfalls auf dem Programmzettel stehen Raritäten wie ein selten aufgeführtes Oratorium von Robert Schumann oder Beethovens Oper Fidelio als Puppenspiel.

Nach der Verhunzung durch Millionen von unbegabten Klavierschülern und der Verwendung als Untermalung träumerischer Momente in unzähligen Kinofilmen wird auch Beethovens Sonata quasi una fantasia ihren verträumten Charme entfalten können.

Später erhielt das Stück den Beinamen  Mondscheinsonate von dem Musikschriftsteller Ludwig Rellstab. Sie ist im Original beim Beethovenfest 2019 zu hören, und zwar dreimal: auf einem modernen Konzertflügel dargeboten vom französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard, auf einem historischen Hammerklavier interpretiert vom niederländischen Pianisten Ronald Brautigam und in einer modernen Transkription für Horn und Klavier.

Rolf Rische und Nike Wagner am Podiumstisch (Barbara Frommann)

Rolf Rische und Nike Wagner bei der Ankündigung des Programms

Vom Ungewöhnlichen zum Mainstream

Bezug nehmend auf 20 Jahre enger Zusammenarbeit zwischen dem Beethovenfest und der Deutschen Welle gab Rolf Rische, Leiter der DW-Hauptabteilung Kultur und Leben, Details des diesjährigen Campus-Projekts bekannt. 2018 stand mit dem Gastland Indien der Rhythmus als musikalischer Wert im Vordergrund, diesmal steht mit dem Partnerland Südafrika der Gesang im Fokus. Zusammen mit dem Bundesjugendorchester werden zwei A Cappella-Ensembles – eines aus Deutschland, das andere aus Südafrika – die Uraufführung eines DW-Auftragswerks geben. Der 28-jährige Saxophonist und Komponist Tshepo Tsotetsi erhielt dafür den Auftrag.

Zwischen ungewöhnlichen, unerhörten oder gar kuriosen Werken können auch Beethoven-Liebhaber im Festivalprogramm fündig werden: Fünf der neun Sinfonien Beethovens, drei seiner Klavierkonzerte, das Violinkonzert und drei seiner Klaviersonaten sind in diesem Jahr zu hören. Zu den auftretenden Ensembles gehören das englische Orchestra of the Age of Enlightenment unter der Leitung von Adam Fischer, die Camerata Salzburg, das NDR-Elbphilharmonie-Orchester und das Tschaikowsky Symphonie-Orchester aus Moskau.

Insgesamt treten rund 1.800 Künstlerinnen und Künstler auf. Dazu zählen die Pianisten Pierre-Laurent Aimard, Louis Lortie und Fazil Say, die Lieder-Interpreten Christian Gerhaher und Sarah Maria Sun und die Violinistin Carolin Widmann. Insgesamt werden 24.000 Eintrittskarten für 46 Konzerte in Bonn und Umgebung angeboten. Etwa 39 Prozent des Gesamtetats in Höhe von 4,6 Millionen Euro kommen aus öffentlicher Hand, der Rest größtenteils aus Kartenerlösen und Sponsoring.