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Kovac hadert mit Videobeweis

2. Februar 2019

Die Serie ist gerissen. Nach sieben Siegen in Folge kassiert der FC Bayern in Leverkusen eine Niederlage und verliert an Boden gegenüber Spitzenreiter BVB. Zwei Entscheidungen nach Videobeweis sorgen für Diskussionen.

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Fußball Trainer Niko Kovac Bayern München
Bild: picture-alliance/AP Photo/M. Meissner

Zwei Minuten vor Spielende steckten Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß auf der Ehrentribüne des Leverkusener Stadions die Köpfe zusammen. Gerade war das 3:1 für Bayer 04 nach Videobeweis gegeben worden - die endgültige Entscheidung. Rummenigge und Hoeneß dürften sich mit Trainer Niko Kovac einig gewesen sein, der nach dem 3:1 (0:1)-Erfolg der Leverkusener feststellte: "Es lief gegen uns." Damit meinte Kovac vor allem die Entscheidungen des Teams um Schiedsrichter Tobias Stieler. Zweimal wurden die Videoassistenten bemüht, zweimal urteilten sie zum Nachteil der Bayern.

Mit dem Knie im Abseits

Dabei hatte es gleich nach dem Anpfiff noch anders ausgesehen. Direkt in der ersten Minute schoss Bayer-Stürmer Kevin Volland den Ball im Strafraum an die Hand von Mats Hummels. Der Arm des Innenverteidigers war weit ausgestreckt. Doch Schiedsrichter Tobias Stieler versagte der Werkself den Handelfmeter - grenzwertig. In der Folge kontrollierten die Münchener das Spiel und gingen durch einen Kopfball von Leon Goretzka (41. Minute) verdient in Führung. Die Bayer-Abwehr sah dabei schlecht aus: Thomas Müller konnte in aller Ruhe von rechts flanken, Goretzka nickte unbedrängt aus sechs Metern ein.

Deutschland Bundesliga Bayer Leverkusen - Bayern München | Tor Goretzka
Da lief noch alles nach Plan: Goretzka jubelt über sein Tor zum 1:0 für den FC BayernBild: Getty Images/Bongarts/D. Mouhtaropoulos

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lag der Ball erneut im Tor der Leverkusener. Nach einem schönen Spielzug der Bayern hatte Robert Lewandowski getroffen (45.+2). Doch nach Videobeweis wurde der Treffer nicht gegeben. Lewandowskis vorgestrecktes Knie sorgte für eine ganz knappe Abseitsstellung des Polen. "Das war die entscheidende Szene des Spiels", befand Bayern-Trainer Kovac hinterher. "Wenn wir mit einem 2:0 in die Pause gegangen wären, wäre die Partie sicher anders ausgegangen."

Zweimal ausgekontert

So aber kamen die in der ersten Hälfte blassen Leverkusener wie verwandelt aus der Kabine. Leon Bailey versenkte einen Freistoß zum 1:1 (53.) im linken Toreck. Sven Ulreich, der für den verletzten Kapitän Manuel Neuer zwischen den Pfosten stand, machte dabei allerdings keine sonderlich gute Figur.

Deutschland Bundesliga Bayer Leverkusen - Bayern München | Leon Bailey
Bailey zirkelt den Ball zum 1:1 für Leverkusen ins linke EckBild: imago/H. Bucco

Die Bayern verloren nun die Ordnung und wurden zweimal von Bayer 04 klassisch ausgekontert. Zunächst traf Volland nach schöner Vorarbeit von Mitchell Weiser und Karim Bellarabi zum 2:1 (63.). Und dann vollendete Lucas Alario kurz vor Schluss einen schnellen Angriff über Bellarabi und Julian Brandt zum 3:1 (87.). Anders als bei Lewandowski sahen die Videoassistenten keine Abseitsstellung, obwohl es auch in diesem Fall sehr knapp war. "Wahrscheinlich ist das Zentimetermaß herausgeholt worden", sagte Bayern-Coach Kovac.

"Wir glauben dran"

So ganz wollte er das Schiedsrichtergespann aber dann doch nicht dafür verantwortlich machen, dass die Erfolgsserie der Münchener nach sieben Siegen in Leverkusen riss: "Wir hätten das Spiel nicht verlieren dürfen, sondern hätten in der ersten Halbzeit den Sack zumachen müssen." So aber vergrößerte sich der Rückstand der Bayern auf Spitzenreiter Borussia Dortmund, der bei Eintracht Frankfurt ein 1:1 spielte, auf sieben Punkte. "Es ist nicht allzu viel passiert. Jetzt sind es eben nicht mehr sechs Punkte, sondern einer mehr", sagte Kovac und blies zur weiteren Jagd auf den BVB: "Wir geben nie auf. Wir glauben dran und werden weiter dafür arbeiten."

DW Kommentarbild Stefan Nestler
Stefan Nestler Redakteur und Reporter