Baerbock: "DFB-Team Vorbild für Kinder in Deutschland"
18. Juni 2026
Annalena Baerbock liebt Fußball und unterstützt die deutschen Nationalteams bei großen Turnieren. Im vergangenen Jahr fieberte sie mit den DFB-Frauen bei der Europameisterschaft in der Schweiz mit, in diesem Jahr drückt sie bei der Fußball-WM dem DFB-Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann die Daumen.
Und sie ist nah dran, denn seit 2025 ist Baerbock Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Sitz in New York.
Im Rahmen der Preisverleihung im "German House of Soccer" zum "Deutschen Fußballbotschafter", wo der frühere Nationalspieler und Weltmeister von 2014, Thomas Müller sowie Torhüterin Ann-Katrin Berger ausgezeichnet wurden, lobte Baerbock die Vorbildfunktion der DFB-Elf.
Müller wurde mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Als erfolgreichster deutscher Titelsammler und aktueller Spieler der Vancouver Whitecaps prägt er mit seiner lockeren, sympathischen Art das internationale Bild des deutschen Fußballs weit über den Platz hinaus. Berger bekam den Preis in der Spielerkategorie. Die Torhüterin von Gotham City FC steht für Kampfgeist und Willensstärke.
Was ist ein "echter" Deutscher?
Baerbock eröffnete den Abend und freute sich über die Entwicklung der DFB-Elf in den letzten Jahren. "Heute haben wir eine große Vielfalt in der Mannschaft, die eine neue Generation von deutschen Spielern symbolisiert", sagt Baerbock im Interview mit der Deutschen Welle (DW).
"Das war nicht immer so. Als ich gerade mit der Schule fertig war, hatten wir mit Gerald Asamoah einen der ersten in Afrika geborenen Spieler in der deutschen Nationalmannschaft." Die 45-Jährige erinnert sich an Diskussionen um die Personalie Asamoah.
Der frühere Angreifer debütierte unter Bundestrainer Rudi Völler am 29. Mai 2001 gegen die Slowakei. Seine Nominierung stieß in großen Teilen der Gesellschaft auf Zustimmung, es gab allerdings auch rassistische Beleidigungen. Zudem entwickelte sich eine Diskussion darüber, was ein "echter" Deutscher sei, da Asamoah in Ghana geboren wurde und mit zwölf Jahren nach Deutschland gekommen war.
Der Stürmer nahm an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 teil und ebnete damit den Weg für nachfolgende Spieler mit afrikanischen Wurzeln, wie Jerome Boateng, Jonathan Tah, Antonio Rüdiger oder auch Felix Nmecha.
In der aktuellen WM-Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann haben elf von 26 Spielern einen Migrationshintergrund - eine Diskussion wie damals bei Asamoah gibt es jedoch nicht.
Allerdings bezeichnen einige Politiker der AfD und Teile ihrer Anhänger die DFB-Elf als "Regenbogenmannschaft" und kritisieren damit den Einsatz für mehr Vielfalt und Anti-Diskriminierung.
Teamgeist wichtiger als Superstars
"Das zeigt, wie wichtig Anti-Rassismus-Kampagnen sind", sagt Baerbock. "Ein Team repräsentiert immer auch die Gesellschaft." Diese Mannschaft untereiche das, setze ein wichtiges Zeichen für Kinder in Deutschland und zeige: "Du kannst es überall schaffen. Sport - und gerade der Fußball - vereint die Menschen. Auf dem Platz sind alle gleich, egal wo du herkommst, was deine Eltern verdienen, oder welche Sprache du sprichst. Was zählt ist, dass du triffst und ein Teamplayer bist", so Baerbock.
Die ehemalige Außenministerin Deutschlands hofft auch aus diesem Grund, dass das DFB-Team bei dieser WM weit kommt.
"Wir sind zwar nicht das Team, wo die meisten drauf wetten, aber wir haben einen tollen Teamspirit", so Baerbock. "Manchmal ist es wichtiger, das beste Team zu haben und nicht die meisten Superstars."