Auf der ″Alan Kurdi″ wird das Essen knapp | Aktuell Europa | DW | 10.04.2020
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MIgration nach Europa

Auf der "Alan Kurdi" wird das Essen knapp

Immer noch sucht die "Alan Kurdi" einen sicheren Hafen im Mittelmeer - italienische Häfen sind wegen der Corona-Krise für Flüchtlingsschiffe geschlossen. Die Bundesregierung hat die EU-Kommission um Hilfe gebeten.

Rettungsschiff Alan Kurdi (picture-alliance/ZumaPress/LaPresse/R. Ingenito)

150 Migranten auf Holzbooten hat die "Alan Kurdi" (Archivbild) im Mittelmeer an Bord genommen

Die Notlage auf der "Alan Kurdi" spitzt sich zu. Für die knapp 150 Migranten an Bord sucht die Bundesregierung Hilfe bei der EU-Kommission. Sie habe dort um "koordinierende Unterstützung" gebeten. Es gehe um die Frage, wo die Flüchtlinge an Land gehen könnten, sagte ein Sprecher. Italien und Malta hätten schon frühzeitig private Seenotrettungsorganisationen gewarnt, dass ihre Häfen für Flüchtlingsschiffe wegen der Corona-Krise geschlossen seien.

Die "Alan Kurdi" hatte am Montag vor der libyschen Küste insgesamt 150 Menschen aus zwei Holzbooten übernommen. Das Schiff befand sich am Freitag vor Sizilien. Zuvor hatte die italienische Küstenwache einen jungen Mann "aus psychologisch-gesundheitlichen Gründen" von dem Schiff geholt. Man habe Italien um diese Unterstützung gebeten, meldete die Organisation Sea Eye, die das Flüchtlingsschiff betzreibt. 

Italien sieht Deutschland in der Pflicht

Die Kapitänin Bärbel Beuse hatte bei der italienischen Rettungsleitstelle auch wegen Nahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff für das Schiff angefragt. Es sei keine Nahrung gekommen. Außerdem könnten die Menschen wegen des Platzmangels an Bord kaum schlafen, sagte Beuse.

Das Bundesinnenministerium betonte in Berlin, die Bundesregierung prüfe alternative Orte, an denen die Menschen eventuell an Land gehen könnten und stehe dazu in Kontakt mit verschiedenen europäischen Partnern. Ländernamen wurden nicht genannt. Deutschland sei bereit, einen "konstruktiven Beitrag" zu leisten, betonte ein Sprecher. Die Regierung in Rom sieht allein Deutschland in der Pflicht.

nob/haz (dpa, epd, kna)

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