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PolitikUkraine

AKW Tschernobyl: Schutzhülle beschädigt - und nicht sicher

6. Dezember 2025

Im Februar war in der Hülle über dem havarierten Tschernobyl-Reaktorblock in der Ukraine eine Drohne eingeschlagen. Für das Atomkraftwerk gibt es nun eine neue Sicherheitsbewertung der Internationalen Atomenergiebehörde.

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Schäden in der Schutzhülle nach dem Drohneneinschlag
Schäden in der Schutzhülle nach dem Drohneneinschlag im Februar Bild: State Agency of Ukraine on Exclusion Zone Management

Die Schutzhülle des havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl im Nordosten der Ukraine erfüllt nach der Beschädigung durch eine Drohne nicht mehr ihre wichtigsten Sicherheitsfunktionen. Zu diesem Schluss kommt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nach einer entsprechenden Überprüfung. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte, die Hülle, der sogenannte Sarkophag, brauche zeitnah eine umfassende Sanierung. Die Inspektion habe bestätigt, "dass die Schutzhülle ihre primären Sicherheitsfunktionen verloren hat, einschließlich der Fähigkeit zum Einschluss von Material".

Keine dauerhaften Schäden an tragenden Strukturen der Hülle

Nach dem Drohneneinschlag sei aber auch festgestellt worden, dass es keine dauerhaften Schäden an den tragenden Strukturen oder Überwachungssystemen der Schutzhülle gebe. Es seien bereits Reparaturen vorgenommen worden, so der IAEA-Chef weiter. Eine umfassende Wiederherstellung sei jedoch unerlässlich, um die langfristige nukleare Sicherheit zu gewährleisten.

Ein Loch im leicht mit Eis und Schnee bedeckten Sarkophag-Dachs
Von außen ist ein Loch im Sarkophag zu sehen Bild: State Agency of Ukraine on Exclusion Zone Management

Die Schutzhülle war nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 über der Reaktorblock-Ruine vier errichtet worden, um das Austreten weiteren radioaktiven Materials zu verhindern. Die Vereinten Nationen hatten am 14. Februar berichtet, eine Drohne mit einem hochexplosiven Sprengkopf habe die Hülle getroffen. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, machte Russland dafür verantwortlich. Die russische Führung unter Staatschef Wladimir Putin wies dies zurück. Die Strahlenwerte blieben den damaligen Angaben zufolge normal und stabil.

IAEA: Automatisches Überwachungssystem sollte verbessert werden

Die IAEA empfahl jetzt weitere Wiederherstellungs- und Schutzmaßnahmen. Zu diesen zählen die Kontrolle von Feuchtigkeit, ein aktualisiertes Programm zur Korrosionsüberwachung und eine  Verbesserung des automatischen Überwachungssystems für den Sarkophag.

Weitere vorläufige Reparaturen sollen laut der Atombehörde in Wien im kommenden Jahr erfolgen, um die Eindämmungsfähigkeit der Hülle wiederherzustellen.

In dem seit Februar 2022 tobenden russischen Angriffskrieg werden immer wieder Zwischenfälle an den teilweise stillgelegten Atomkraftwerken in der Ukraine gemeldet. Zuletzt war die Stromversorgung am Sarkophag in Tschernobyl nach Angaben aus Kyjiw Anfang Oktober unterbrochen.

Das abgeschaltete und seit März 2022 von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine war im Herbst rund einen Monat lang von der externen Stromversorgung abgeschnitten. 

se/pg (dpa, rtr)

Redaktionsschluss: 17.40 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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