ARD-Deutschlandtrend: Neue Koalitionen sind möglich | Deutschland | DW | 06.05.2021
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Meinungsforschung

ARD-Deutschlandtrend: Neue Koalitionen sind möglich

Spannende Zeiten im aktuellen ARD-Deutschlandtrend: Es gibt einen Wechsel im Parteien-Ranking. Der Neue in der CDU kann nicht punkten. Die Corona-Politik bleibt umstritten.

Die Kanzlerkandidaten zur Bundestagswahl 2021.

Die Kanzlerkandidaten (v.l.) Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz

Das Ergebnis der aktuellen Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest-Dimap hat es in sich. Die aktuelle Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD - eigentlich gern "Große Koalition" genannt - hätte keine Mehrheit mehr.

Dafür kämen viele andere Bündnisse in Frage: Schwarz-Grün, Grün-Rot-Gelb, Schwarz-Rot-Gelb. Auch Grün-Rot-Rot, also eine erste Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene, halten die Demoskopen für "derzeit nicht gänzlich ausgeschlossen". Alle noch denkbaren Bündnisse mit der AfD fallen weg, weil alle anderen Parteien eine Koalition ausschließen.

Infografik Sonntagsfrage DE

Wie schon andere Meinungsforschungsinstitute zuvor sieht nun auch Infratest-Dimap die Grünen an der ersten Position, weil CDU/CSU viele Punkte verliert. Dass die Grünen mit einem ähnlich hohen Wert vorne liegen, gab es schon einmal, nämlich im Sommer 2019.

Sehr gute Noten für die Kanzlerkandidatin der Grünen

Den Grund für die neue Situation sehen die Demoskopen im Spitzen-Personal der Parteien. Wenn die Deutschen direkt über die Nachfolge von Angela Merkel im Kanzleramt entscheiden könnten, würden nämlich 28 Prozent für Annalena Baerbock stimmen. Armin Laschet liegt bei nur 21 Prozent. Wobei ihn selbst von den CDU/CSU-Anhängern nur jeder Zweite wählen würde. Für den Kanzlerkandidaten der SPD, Olaf Scholz, entschieden sich ebenfalls 21 Prozent.

Infografik Deutschlandtrend Direktwahl BundeskanzlerIn

Woher die hohe Zustimmung zu Baerbock kommt, zeigen die Ergebnisse weiterer Fragen der repräsentativen Umfrage, die vom 3. bis 5. Mai unter 1351 Deutschen durchgeführt wurde. Zum einen: Von den drei Kanzlerkandidaten ist Annalena Baerbock den Bundesbürgern am sympathischsten und glaubwürdigsten. Führungsstärke wiederum wird am ehesten Olaf Scholz attestiert.

Zum anderen: In der Bewertung ihrer politischen Arbeit schließt die Grünen-Spitzenfrau mit einem Zuspruch von 41 Prozent binnen eines Monats zum SPD-Vizekanzler auf. Armin Laschet kann dagegen nicht an Zuspruch gewinnen, nachdem seine Rolle als Kanzlerkandidat von CDU/CSU nun geklärt ist. Mit 24 Prozent wird der CDU-Parteivorsitzende ähnlich wie im Vormonat April bewertet. 

Infografik DT Politikerzufriedenheit DE

Übrigens, Angela Merkel, die zur Bundestagswahl im September nicht mehr antritt, bleibt auch bei dieser Umfrage die mit Abstand populärste Bundespolitikerin in Deutschland.

Corona-Management steht weiterhin in der Kritik

In gut vier Monaten, Ende September, findet die nächste Bundestagswahl statt. Wie die Stimmungslage dann sein wird, hänge ganz wesentlich davon ab, welche Themen im Herbst die politische Stimmung prägen werden, meinen die Demoskopen.

Aktuell stehe weiterhin die Bekämpfung der Pandemie im Mittelpunkt. Deutschland steckt noch immer in der dritten Welle, auch wenn sich diese gerade abschwächt.

2020 hatte die Bundesregierung (CDU/CSU und SPD) mit ihrer Reaktion auf den Ausbruch der Pandemie für ein gestiegenes Regierungsvertrauen gesorgt, dieses jedoch zu Jahresbeginn 2021 angesichts wachsender Zweifel am Krisenmanagement wieder eingebüßt.

In der aktuellen Umfrage zeigt sich, dass gut sechs von zehn der Befragten unzufrieden sind - nur ein gutes Drittel äußert sich wohlwollend. Kritisch äußern sich vor allem Anhänger der FDP (74 Prozent) und der AfD (91 Prozent).

Bei der Frage nach der Richtigkeit der aktuellen Corona-Maßnahmen sagen 40 Prozent, die Maßnahmen seien angemessen. 26 Prozent meinen, das reicht noch nicht. Für 30 Prozent geht das alles zu weit.

Infografik DT Maßnahmen Corona-Pandemie

Impfbereitschaft wächst

Geplant ist, dass recht bald einzelne Corona-Beschränkungen für Menschen wegfallen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von der COVID-19-Erkrankung genesen sind. So sollen für diese Personen die geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegfallen, ebenso wie die Test-Pflicht beim Einkaufen oder beim Friseur.

Allerdings sind laut Infratest-Dimap die Deutschen darüber geteilter Meinung. Jeder Zweite findet, die Lockerungen dürfte es erst geben, wenn mehr Menschen die Chance auf eine ausreichende Impfung hatten. Aktuell sind rund 30 Prozent erstgeimpft und rund 9 Prozent zweitgeimpft.

Auch generell finden nur 55 Prozent, dass die gezielten Lockerungen für Geimpfte und Genesene in die richtige Richtung gehen.

Infografik DT Impfbereitschaft DE

Was die wichtige Frage des Impfens angeht, da ist die Bereitschaft stark gewachsen. Im Februar waren 60 Prozent der Deutschen impfbereit. Jetzt gaben 75 Prozent der Befragten an, sich impfen lassen zu wollen. Wobei die Impfbereitschaft wächst, je älter die Leute sind.

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