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Politik

Seenotretter-Gruppe Iuventa ausgezeichnet

11. Februar 2020

Die zehnköpfige Crew des Seenotrettungsschiffs "Iuventa" erhält den Amnesty-Menschenrechtspreis 2020. Damit wird das Engagement der Aktivisten aus vier Ländern gewürdigt, die Menschen im Mittelmeer gerettet haben.

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Italien Rettungsschiff «Iuventa»
Das Rettungsschiff "Iuventa" im Hafen von Lampedusa (Archivbild)Bild: picture-alliance/AP/dpa/ANSA/E. Desiderio

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte in Berlin, gegen zehn Aktivistinnen und Aktivisten aus Deutschland, England, Portugal und Spanien liefen in Italien strafrechtliche Ermittlungen, "obwohl sie nur Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet haben". Der Fall der "Iuventa10" stehe stellvertretend für alle Helfer, die kriminalisiert würden, weil sie Menschen auf der Flucht in Notlagen nicht im Stich gelassen hätten. Die Preisverleihung findet am 22. April im Berliner Gorki-Theater statt.

Die deutsche Hilfsorganisation "Jugend Rettet" war zwischen Juli 2016 und August 2017 mit dem Rettungsschiff "Iuventa" auf dem Mittelmeer unterwegs. Nach Amnesty-Angaben retteten rund 200 Helfer in diesem Zeitraum bei 16 Einsätzen mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken.  Am 2. August 2017 wurde das Schiff des Berliner Vereins "Jugend rettet" im Hafen von Lampedusa von den italienischen Behörden beschlagnahmt.

"Wackelige Indizienlage"

Seitdem geht nach Angaben von Amnesty die italienische Justiz gegen die Seenotretter vor. Der Vorwurf laute auf Beihilfe zur illegalen Einreise. Die Indizienlage sei mehr als wackelig, kritisierte Amnesty. Das Vorgehen gegen die "Iuventa10" demonstriere sehr anschaulich, was Staaten bereit seien zu unternehmen, um sich ihrer völkerrechtlichen Verantwortung für Menschen auf der Flucht zu entziehen.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Amnesty-Sektion alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Preisträger 2018 war das Nadeem-Zentrum für die Rehabilitierung von Opfern von Gewalt und Folter in Kairo.

Rettungsaktionen vor spanischer Küste

Unterdessen wurden vor der südspanischen Küste auf zwei Schlauchbooten 119 Migranten entdeckt und in den Hafen von Málaga in Sicherheit gebracht. Dort wurden sie von einem Team des Roten Kreuzes in Empfang genommen, wie die Hilfsorganisation twitterte. Inzwischen konnte auch ein drittes Boot mit 69 weiteren Migranten in Sicherheit gebracht werden. Das Schlauchboot war mit den anderen beiden in Marokko in See gestochen und zunächst vermisst worden. Die spanische Seenotrettung hatte unter anderem ein Flugzeug bei der Suche eingesetzt.

Unter den am Montagabend im Meer von Alborán geretteten Migranten seien 26 Frauen und fünf Minderjährige, hieß es. Alle stammen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Ihr Zustand sei gut. Immer wieder versuchen Menschen von Marokko aus über das westliche Mittelmeer die spanische Küste zu erreichen.

kle/se (epd, afp, dpa, ape)