Aladin, Dumbo und Co: Disneys Neuverfilmungen | Filme | DW | 24.05.2019
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Film

Aladin, Dumbo und Co: Disneys Neuverfilmungen

Die Kritiken für Tim Burtons Realverfilmung des Zeichentrick-Klassikers "Dumbo" sind enttäuschend, aber das wird den Disney-Konzern nicht von weiteren Neuverfilmungen alter Schätze abhalten. Top-Stars inklusive.

Ein bezaubernder computergenerierter fliegender Elefant, eine Zirkuswelt, die von Tim Burton in seinem unverwechselbaren Steampunk –Stil erschaffen wurde, Danny DeVito und Michael Keaton in einer All-Star-Besetzung und eine bittersüßen Partitur von Komponist Danny Elfman: Trotz einer Reihe von eher durchschnittlichen Rezensionen, die Dumbo bereits gesammelt hat, wird auch Disneys neuester Film mit Sicherheit viele Familien ins Kino locken. 

"Dumbo" hatte noch nicht einmal sein erstes Kino-Wochenende hinter sich, da prognostizierte ein Kritiker der Tageszeitung  "The Guardian angesichts der sich häufenden negativen Filmbesprechungen bereits, dass "ein Dumbo-Flop den Master-Plan gefährden könne".

Gemeint ist damit das systematische Recycling der animierten Klassiker in den Walt-Disney-Studios. Und das Prozedere wird sicherlich nicht so schnell auf Eis gelegt werden, schließlich hält der Filmkonzern bereits seit zwei Jahrzehnten an dieser Strategie fest. Auch wenn nicht alle Remakes zu Blockbustern wurden, so brachten und bringen sie an den Kinokassen dennoch genug Geld ein.

Ein Trend aus den 1990ern

Realfilm-Remakes der klassischen Disney-Animationsfilme wurden erstmals in den 1990er Jahren produziert: 1994 erschien "Das Dschungelbuch", und 1996 kam "101 Dalmatiner" raus. Aber es dauerte fast 15 Jahre, bis Disney das volle Potenzial solcher Wiederverwertungen erkannte. Und zwar dank Tim Burton: Seine Adaption von "Alice im Wunderland" (2010) ließ die Ticketverkäufe in die Milliarden schießen und wurde zu einem der kommerziell weltweit erfolgreichsten Filme überhaupt. Disney schien eine Goldgrube gefunden zu haben und lässt sich seine Remakes seitdem einiges kosten – mit entsprechend hohen Erwartungen an die Einspielergebnisse.

Das musikalische Realfilm-Remake von "Die Schöne und das Biest" (2017) verschlang geschätzte 227 Millionen Euro und ist damit das teuerste Musical, das je gedreht wurde. Es hat sich gelohnt: Mit einem Einspielergebnis von weltweit fast einer Milliarden Euro steht der Musical-Film auf Platz 2 der erfolgreichsten Filme des Jahres. Platz 1 belegte 2017 übrigens "Star Wars: Die letzten Jedi", ebenfalls eine Produktion der Walt-Disney-Studios.

Dreamland: Filmszene aus Dumbo (picture-alliance/AP Photo)

Dreamland - eindeutig inspiriert von Disneyland

Ironischerweise sehen Kritiker in Tim Burtons "ausreichend charmanten Remake" auch eine "scharfe Disney-Kritik", wie die US-amerikanische Nachrichtenseite "Vox" schreibt. Durch die explizite Anspielung, die Burton in "Dumbo" geschaffen hat – der Bösewicht ist ein Unterhaltungsmogul und Schöpfer eines Vergnügungsparks, Disneyland nicht unähnlich – gebe der Filmemacher zu, dass seine leidenschaftslose Arbeit der vergangenen Jahre das Ergebnis einer gierigen Unterhaltungsindustrie à la Disney sei.

Mehrere Remakes in Arbeit

Den Trend zur Realverfilmung wird diese Kritik sicher nicht stoppen; das Mega-Studio setzt seinen Kurs fort. Auf "Dumbo" folgen noch in diesem Jahr drei weitere Neuverfilmungen: "Aladdin" soll im Mai erscheinen, das mit Spannung erwartete  Remake von "Der König der Löwen" ist für Juli angekündigt, und im Oktober folgt eine Fortsetzung von „Die dunkle Fee" (2014), basierend auf dem animierten Dornröschen von 1959.

Und diese Liste hat noch längst kein Ende: "Susi und Strolch" sowie „Mulan" sind bereits in der Postproduktion; "Pinocchio", "Die kleine Meerjungfrau" und "Der Glöckner von Notre Dame" sind nur einige weitere Titel, die sich derzeit schon in der Umsetzung befinden. Sicherlich werden nicht alle Disneys-Remakes milliardenhohe Einspielergebnisse einbringen, aber sie werden in den kommenden Jahren immer wieder publikumswirksam die  Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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