Afrika-Logbuch - Unterwegs in Mali und Niger | DokFilm | DW | 31.07.2019
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Afrika-Logbuch - Unterwegs in Mali und Niger

Die EU will Migranten mit Hilfe von Mali und Niger dort stoppen, wo sie herkommen: in Afrika. Die Dokumentation richtet den Blick auf eine der schwierigsten und gleichzeitig geopolitisch wichtigsten Regionen weltweit: Niger und Mali.

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Timbuktu, die sagenumwobene Karawanen-Stadt am Rande der Sahara, fiel 2012 einem Angriff von radikalen Islamisten zum Opfer. Die bewaffneten Gruppen plünderten und zerstörten Teile der malischen Stadt, viele Bürger sind traumatisiert. Auch Teile des Weltkulturerbes wurden vernichtet, kostbare Manuskripte waren in Gefahr und mussten heimlich in die Hauptstadt Bamako geschmuggelt werden. Die radikalen Islamisten verboten den moderaten Islam und mit ihm auch Tanz und Musik. Die Kultur wurde geradezu aus der Stadt gefegt. Wie steht es heute, fünf Jahre nach der Rückeroberung der Stadt, um das kulturelle Leben? Die Dokumentation zeigt nicht nur malerische Bilder der legendären Oasenstadt, sondern wirft auch einen Blick auf die Bewohner und deren Umgang mit Kunst und Kultur im Zeichen des Kampfes gegen den radikalen Islamismus. Malis Nachbarland Niger gilt als eines der ärmsten Länder der Welt und spielt als Transitland für Migranten eine wichtige Rolle. Für die Reduzierung der Migration unterstützt die EU die nigrische Regierung bis 2020 mit einer Milliarde Euro. Damit soll die Grenze im Norden zu Libyen und Algerien besser bewacht werden. Außerdem will man die Abschiebung von Flüchtlingen in ihre Heimat unterstützen. Die Filmemacher begleiten Rückkehrer von der algerischen Grenze bis in die nigrische Hauptstadt sowie Menschen, die in Richtung Libyen unterwegs sind. Sie begegnen verzweifelten Einwohnern, die von der Europäischen Union Ausgleichszahlungen erhalten sollten - aber vergessen wurden. Das ganze Ausmaß der EU-Politik wird allerdings erst da sichtbar, wo kaum einer mehr hinfindet, mitten in der Sahara. Hier arbeitet Al Murabidu als Totengräber und sagt, dass inzwischen mehr Flüchtlinge ihr Leben verlieren als früher, die meisten davon Ausländer. "Für sie ist die Durchreise über Niger nach Algerien verboten worden", so Al Murabidu. "Sie reisen nun heimlich, verlaufen sich, sterben vor Durst und Müdigkeit."