20 Tote bei Amoklauf in Schule auf der Krim | Aktuell Europa | DW | 17.10.2018
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Gewaltakt am Schwarzen Meer

20 Tote bei Amoklauf in Schule auf der Krim

Es war wohl der Hass auf Lehrer, der einen 18-jährigen Schüler zu dem Blutbad in einer Berufsschule in der Stadt Kertsch trieb. Die Behörden schlossen zeitweise aber auch einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat ein Amokläufer in einer Schule 19 Menschen erschossen und danach sich selbst getötet. Außerdem seien mindestens 40 Menschen bei dem Vorfall in Kertsch verletzt worden, die meisten von ihnen Jugendliche, teilten die Ermittlungsbehörden weiter mit. Der Täter sei ein 18-jähriger Schüler der Schule. Er sei mit einer Schusswaffe in das Gebäude gekommen und habe wahllos um sich gefeuert. Später sei in der Schule seine Leiche mit Schusswunden aufgefunden worden. Das Motiv sei bislang unklar. "Dies ist eindeutig ein Verbrechen", sagte der russische Präsident Wladimir Putin in Sotschi. Die Hintergründe der Tat würden genauestens untersucht. 

Schüler und Lehrer liefen in Panik aus dem Gebäude, als der Täter das Feuer eröffnete. "Alle sind gerannt. Ich habe gesehen, dass ein Mädchen am Boden lag. Einem anderen Kind musste beim Laufen geholfen werden, weil es sich allein nicht mehr bewegen konnte. Die Wand war voller Blut. Viele haben geweint", schilderte eine Schülerin die Vorgänge in der Schule. Andere Schüler berichteten, dass es auch zu einer heftigen Detonation gekommen sei. "Überall sind Leichen, überall Kinderleichen", sagte die Direktorin im örtlichen Rundfunk. Die Zeitung "RBK" zitierte einen Mitschüler mit den Worten, der mutmaßliche Täter habe die Schule "wegen bösartiger Lehrer gehasst" und angedeutet, dass er sich an diesen rächen wolle. 

Russland, Kerch: 10 Tote bei Explosion in einem College (picture-alliance/dpa/Y. Keizo)

Rettungskräfte am Tatort

Zunächst war nicht ausgeschlossen worden, dass es sich um einen Terrorakt in einer politisch äußerst sensiblen Region gehandelt habe. Kertsch liegt auf der ukrainischen Halbinsel Krim, die 2014 von Russland annektiert wurde. Die EU und die USA haben deswegen Sanktionen gegen Russland verhängt. In Kertsch befindet sich die im Mai eröffnete Brücke, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet. 

Der Regierungschef der Krim, Sergej Aksjonow, ordnete eine dreitägige Staatstrauer für die Schwarzmeer-Halbinsel an. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach den Opfern sein Beileid aus. "Warum das für uns so wichtig ist? Weil das ukrainische Staatsbürger sind", sagte er in einem Statement auf Facebook. "Wenn ukrainische Staatsbürger umkommen, wo immer das auch geschieht, dann ist das eine Tragödie."

jj/sti (dpa, afp, rtr)