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100 Jahre nach 1936: Berlin will Olympische Spiele

21. Mai 2026

Berlin bewirbt sich um die Austragung der Olympischen Spiele und der Paralympics. Im Landesparlament der deutschen Hauptstadt gibt es dafür eine Mehrheit, allerdings keine große und aus der Opposition kommt laute Kritik.

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Luftaufnahme des Olympiastadions Berlin bei Sonnenschein und blauem Himmel
Sollen 100 Jahre nach Olympia 1936 in Berlin wieder Olympische Spiele stattfinden?Bild: Paul Zinken/dpa/picture alliance

Das Abgeordnetenhaus der deutschen Hauptstadt Berlin hat sich für eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Für einen Pro-Olympia-Antrag der Koalition stimmten die Parteien CDU, SPD und AfD. Linke und Grüne stimmten dagegen.

"Unsere Bewerbung ist ein echtes Zukunftsversprechen für künftige Generationen. Wir wollen eine positive Entwicklung für Berlin", sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner von der CDU in der knapp 90-minütigen Debatte vor der Abstimmung, die per Handzeichen erfolgte.

Konzept mit vielen "City-Events"

Bereits Anfang Mai hatte der Berliner Senat das Konzept für Olympia und die Paralympics beschlossen. Es sollen fast ausschließlich bereits bestehende Sportstätten genutzt werden, dazu planen die Berliner viele Wettbewerbe als sogenannte "Cityevents", zum Beispiel auf dem Tempelhofer Feld oder anderen attraktiven Orten mitten in der Stadt. Die vergangenen Olympischen Spiele 2024 in Paris hatten hier neue Maßstäbe gesetzt.

Freizeitaktivitäten auf der Startbahn und Landebahn des Tempelhofer Felds
Das Flugfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist eine riesige Freifläche, die für Sport und Freizeit genutzt wirdBild: Georg Wenzel/Global Travel Images/picture alliance

Neben München, Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit Köln als Zentrum ist Berlin einer von vier deutschen Olympia-Bewerbern. Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, mit welchem Kandidaten eine Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gestartet wird. Infrage kommen die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.

Kritik an historischem Datum

Dass damit möglicherweise genau 100 Jahre nach den von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten veranstalteten Spielen von Berlin im Jahr 1936 erneut Olympische Spiele in der deutschen Hauptstadt stattfinden, sorgt auch für Kritik.

"Da entsteht der schräge Eindruck einer 100-Jahr-Feier", sagte Historiker Oliver Hilmes schon vor längerer Zeit gegenüber der Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel", als die Berliner Olympiapläne konkreter wurden. Es wäre daher, so der Historiker damals, eine besondere Form der Begleitung nötig, um die historischen Zusammenhänge einzuordnen.

Adolf Hitler auf Ehrentribüne bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin
1936 eröffnete Adolf Hitler die Olympischen Spiele und war bei vielen Wettkämpfen im StadionBild: TopFoto/IMAGO

Die Olympia-Befürworter versprechen sich von der Austragung der Spiele dagegen einen "Investitionsbooster" für die Stadt in mehreren Bereichen: im Sport, beim Nahverkehr, dem Wohnungsbau und der Inklusion, wie Bürgermeister Wegner in seiner Rede ausführte. 

Hohe Kosten oder hohe Gewinne?

Die Oppositionsparteien Grüne und Linke wiesen hingegen auf das Kostenrisiko hin und kritisierten leere Versprechungen und Luftschlösser mit Blick auf die Erwartungen an positive Folgen für die Stadt durch die Olympischen Spiele.

Der Senat rechnete vor, dass die Spiele insgesamt 4,82 Milliarden Euro kosten würden. Er stützte sich dabei auf Prognosen externer Experten. Bei Einnahmen von 5,24 Milliarden, würde man rund 420 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften, vom dem ein Viertel an das IOC abgeführt werden müsste.

Tobias Schulze von den Linken entgegnete, dass die letzten drei Olympischen Spiele mehr als doppelt so teuer wie zuvor geplant ausgefallen waren. Zugleich verwies er auf die 4.450 Sportstätten an 1.200 Standorten in Berlin. "Viele sind sanierungsbedürftig, aber nur 80 sollen saniert werden."

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