Äthiopien hat erstmals eine Präsidentin | Aktuell Afrika | DW | 25.10.2018
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Ostafrika

Äthiopien hat erstmals eine Präsidentin

Mit der Diplomatin Sahle-Work Zewde steht erstmals eine Frau an der Spitze Äthiopiens. Der Posten hat repräsentative Funktionen - es ist dennoch ein bedeutendes Zeichen für die Gleichstellung der Frauen in dem Land.

Äthiopien Addis Abeba neue Präsidentin Sahle-Work Zewde (Getty Images/AFP/E. Soteras)

Äthiopiens neue Präsidentin Sahle-Work Zewde (li.) nach ihrer Wahl neben Premierminister Abiy Ahmed

Das Parlament in Äthiopien hat Sahle-Work Zewde einstimmig zur ersten Präsidentin ernannt. Sie übernimmt das Amt von Mulatu Teshome Wirtu, der am Mittwoch zurückgetreten war. Sahle-Work hat bisher als Diplomatin gearbeitet. Sie war unter anderem Botschafterin ihres Landes in Frankreich, Dschibuti und im Senegal. Außerdem repräsentierte Sahle-Work Äthiopien bei der ostafrikanischen Regionalorganisation Igad. Zuletzt war die sie Vertreterin der Vereinten Nationen bei der Afrikanischen Union. Sie spricht Französisch, Englisch und Amharisch.

Sahle-Work sagte nach der Wahl in Addis Abeba, sie werde sich darauf konzentrieren, alle Seiten in Äthiopien zusammenzubringen. Ziel sei ein Frieden zwischen den ethnischen Gruppen. Sie betonte, wenn es keinen Frieden im Land gebe, würden die Mütter frustriert sein. Zum Wohle der Mütter müssten alle an einer Aussöhnung mitwirken. Der Stabschef von Ministerpräsident Abiy Ahmed twitterte: "In einer patriarchalen Gesellschaft wie der unseren setzt die Ernennung einer Staatspräsidentin nicht nur einen neuen Standard für die Zukunft, sondern normalisiert auch Frauen als Entscheidungsträgerinnen im öffentlichen Leben."

50 Prozent Ministerinnen

Das Präsidentenamt hat in Äthiopien vor allem eine repräsentative Funktion. Eine Amtszeit dauert sechs Jahre und kann laut Verfassung ein Mal verlängert werden. Die Macht liegt in dem ostafrikanischen Staat beim Ministerpräsidenten. Der seit April amtierende Abiy Ahmed hatte in der vergangenen Woche sein neues Kabinett ernannt. Die Hälfte der 20 Mitglieder sind Frauen - das ist in nur zwei anderen afrikanischen Ländern auch der Fall. So leitet Aisha Mohammed das wichtige Verteidigungsministerium, Muferiat Kamil steht dem neu geschaffenen Ministerium für Frieden vor, das für Polizei und Geheimdienste verantwortlich ist.

Abiy Ahmed setzt in seinem Land auf Aussöhnung und Reformen. Er entließ Tausende politische Gefangene und schloss Frieden mit dem lange verfeindeten Nachbarland Eritrea. Zudem soll es in Äthiopien im Jahr 2020 erstmals freie und faire Wahlen geben. Äthiopien hat rund 100 Millionen Einwohner und wird in einigen Landesteilen von Unruhen erschüttert. Der Vielvölkerstaat zählt trotz raschen Wirtschaftswachstums zu den ärmsten Ländern der Welt.

Ba/mak (afp, rtr, AP)

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