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Pressemappe

Wir sprechen Deutsch

Zu den 30 Sprachen, in denen der deutsche Auslandssender journanistische Angebote für Zielgruppen in aller Welt macht, gehört natürlich auch Deutsch. Nur, was macht heute die deutsche Sprache aus?

Deutsch verbindet: Nachwuchsredakteure der Deutschen Welle

Deutsch verbindet: Nachwuchsredakteure der Deutschen Welle


Ein oft in der Welt gesehenes, aber selten gehaltenes Versprechen lautet: Man spricht Deutsch. Weshalb es sich für uns Reiseweltmeister lohnt, wenigstens ein paar alltagstaugliche Brocken in der Sprache unseres jeweiligen Gastlandes parat zu haben. Es muss ja nicht gleich zum Aushängeschild reichen.

Aber bleiben wir bei Deutsch. Wie stehen wir selbst zu unserer Sprache? Sprechen wir (noch) Deutsch? Oder ketzerisch gefragt: (Wo) brauchen wir noch Deutsch?

Nein, der Autor dieser Zeilen gehört nicht zu den Don Quijotes unserer Tage, die ihr Schwert erheben gegen die vermeintliche Angloamerikanisierung es Deutschen. Ich möchte eine Lanze brechen für Fantasie und Kreativität, Toleranz und Gastfreundschaft! Letztere Tugenden sind gefragt, wenn es um „Wörter mit Migrationshintergrund“ geht. So nennt sie auch das Goethe-Institut. Seit jeher wandern Wörter in alle möglichen Sprachen ein, auch in die deutsche. Nur deshalb sind heute so klangvolle Begriffe wie Fisimatenten (aus dem Französischen) und Tohuwabohu (Hebräisch) Teil unserer Sprachkultur. Nur deshalb kennen wir so herrliche Vokabeln wie Tollpatsch (Ungarisch) und Hallodri (Griechisch). Und wer wollte uns Kaffee (Arabisch) und Tee (Chinesisch) verleiden? Oder einer – ansonsten ja dem Alkohol verfallenen – Jugend am Milchshake rütteln?

Seien wir tolerant und heißen Wanderwörter grundsätzlich willkommen. Umgekehrt sind viele deutsche Wörter ausgewandert. Kindergarten und Butterbrot teilen wir mit anderen. Auch die Heimat ist in vielen Sprachen zu Hause. Übrigens völlig unverkrampft.

In der Sprachbar serviert die Redaktion Sprachkurse mehr von diesen weichen Import- und Exportartikeln und andere „Feinheiten der deutschen Sprache“.

Fantasie und Kreativität sind gefragt, wenn Neues einen Namen braucht. Keineswegs müssen wir immer und überall Anglizismen unreflektiert Einlass gewähren. Lassen wir uns nicht weismachen, dass wir ohne Life Coaching ins Hintertreffen geraten. Dass jede Veranstaltung zum Event werden muss, damit jemand hingeht. Dass ein Young Professional den Berufsanfänger vernebelt oder nur ein Managing Director auf der Visitenkarte Führungskompetenz ausweist.

Lassen wir also Fantasie und Kreativität walten beim Umgang mit unserer Sprache. Auch junge Menschen – zumal eingewanderte – tun eben dies, wenn sie Kiezdeutsch und Ethnolekte schaffen, wenn sie spielerisch mit Sprache umgehen, sie verkürzen und verballhornen. Sie bereichern das Deutsche auch dann, wenn sie lieber jobben als arbeiten und es albern finden, ihr Notebook zum Klapprechner zu machen. Sie sprechen Deutsch, auch wenn es nicht jeder als solches (an)erkennen mag.

Die vielen regionalen Sprachfärbungen sind schließlich ebenso Ausdruck unserer Sprachkultur. Bei mir persönlich ist es das Plattdeutsche. Die Deutsche Welle dokumentiert diese Vielfalt in ihrem Dialektatlas. So können auch Menschen in Sydney, Kapstadt und Rio erfahren, was Friesisch, Sächsisch oder Bairisch ist.

Die DW spricht Deutsch. Auch, damit ein „Man spricht Deutsch“ an immer mehr Orten der Welt hält, was es verspricht.

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