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Nahost/Nordafrika

Shaden Ghannam aus Palästina

Die 25-Jährige hat große Pläne. Mit dem Online-Portal "Dooz" will sie in Nablus eine Brücke zwischen Bevölkerung und Kommunalpolitik schlagen. Ein Herzensprojekt für Shaden - als Journalistin wie auch als Bürgerin.

Das multimediale Nachrichtenportal "Dooz" ist Teil des Projektes "Go Local", eine Kooperation von DW Akademie, An-Najah Universität Nablus und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Im Gesamtvorhaben der GIZ wird hier die Förderung von Good Governance in Palästina unterstützt. Das Team von "Dooz" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bürger mit ihrer Kommunalverwaltung ins Gespräch zu bringen. Shaden Ghannam gehört zu den Hauptverantwortlichen des jungen Redaktionsteams. Die 25-Jährige hat Journalistik studiert und sammelt in dem Projekt nun erste Berufserfahrungen. Die DW Akademie unterstützt Shaden und ihr Redaktionsteam mit Trainings zu Lokaljournalismus, multimedialer Berichterstattung und Politischer Kommunikation.

Redaktionsteam Dooz mit DW Akademie-Trainer Abed Othman (Foto: DW Akademie).

Shaden Ghannam (2.v.l.) mit dem "Dooz"-Redaktionsteam und DW Akademie-Trainer Abed Othman (3.v.l.)

"Dooz" ist nun seit mehr als einem Monat online. Was war die bisher größte Herausforderung?
Shaden Ghannam: Die größte Herausforderung für uns war der multimediale Ansatz von "Dooz". Bislang gibt es in Palästina kaum Online-Portale, die multimedial berichten. Wie sollten wir das dann schaffen - zumal die meisten von uns noch Studenten ohne Berufserfahrung sind? Aber unser engagiertes Team hat die Hürden problemlos gemeistert. Außerdem waren wir besorgt, ob wir für unsere Berichterstattung die nötigen Informationen von den lokalen Behörden bekommen würden. Aber auch diese Schwierigkeiten konnten wir überwinden. Die Kommunalverwaltung, der Gouverneur aber auch die Menschen in Nablus kennen uns mittlerweile. Wenn wir in den Straßen drehen, sprechen sie uns an und sagen: "Ah, ihr seid von 'Dooz'. Wir haben bereits von euch gehört!"

Was bedeutet das Projekt für Sie persönlich?
Dieses Projekt bedeutet mir sehr viel, da ich hier meine journalistischen Fähigkeiten weiterentwickeln kann. Während meines Journalistik-Studiums habe ich kaum Praxiseinheiten gehabt. Jetzt kann ich endlich Berufserfahrung sammeln und weiß, was es heißt, journalistisch zu arbeiten. Ich vernetze mich und lerne lokale Behörden von innen kennen. Das Projekt liegt mir aber auch deswegen am Herzen, weil es die Anliegen der Lokalbevölkerung in den Mittelpunkt stellt. Wir bringen die Kommunalverwaltung mit der Bevölkerung zusammen - das ist für mich auch als Bürgerin von Nablus wichtig.

Shaden Ghannam vom Redaktionsteam Dooz bei einem Public Hearing in der Kommunalverwaltung von Nablus (Foto: DW Akademie/Verena Wendisch).

"Dooz"-Reporterin während eines Public Hearings in der Kommunalverwaltung von Nablus

Welchen Beitrag leistet "Dooz" zur palästinensischen Medienlandschaft?
Die Qualität der Berichterstattung in Palästina ist auf niedrigem Niveau. Die Medien kopieren sich gegenseitig - auf Facebook, im Fernsehen und im Radio. Überall wird über die gleichen Themen berichtet. Das Angebot von "Dooz" hingegen ist einzigartig - vor allem in der Region Nablus. Medien, die sich mit lokalen Themen beschäftigen und sich detailliert mit der palästinensischen Gesellschaft auseinandersetzen, gibt es hier bislang nicht.

Welche Geschichte hat Sie bislang besonders beeindruckt?
Besonders mag ich die Geschichten, die wir in der Altstadt entdecken. Ich bin dort jeden Tag, habe aber, bevor ich für "Dooz" gearbeitet habe, vieles nicht wahrgenommen. So haben wir zum Beispiel einmal einen alten Mann dort portraitiert, der in der Altstadt traditionelle Musikinstrumente, Ouds, herstellt und Musikunterricht gibt. Besonders mag ich außerdem noch unsere Rubrik "Dooz fragt", weil sie den Bürgern eine Stimme gibt. So zum Beispiel unsere vergangene Umfrage zu dem Thema "Was wünschen Sie sich von der Kommunalverwaltung?"

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