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Lateinamerika

Mynor Tujal, Guatemala

Jugendliche bekommen bei "Radio Joven", einem Langzeitprojekt der DW Akademie, eine Stimme. Genau deshalb macht Mynor Tujal mit.

Mynor Tujal kommt aus Patzun und ist Teilnehmer des DW Akademie Langzeitprojektes Radio Joven (Foto: DW Akademie/E. Ern).

Mynor Tujal

In Patzún, 80 Kilometer von Guatemala-Stadt entfernt, moderiert Mynor Tujal jeden Sonntag seine Sendung "Alternativa 20/12". Medienangebote wie diese sollen junge Hörer ansprechen und umfassend informieren - auf professionelle und  unterhaltsame Art und Weise. Jugendthemen, die von den Medien in Guatemala meistens außer Acht gelassen werden, greifen die Jugendlichen hier selbst auf. Mynor sendet nicht in der üblichen Programmsprache Kakchiquel sondern auf Spanisch, damit er so viele Jugendliche wie möglich erreichen kann.


Was bedeutet Ihnen das Projekt "Radio Joven"?
Es gibt mir die Möglichkeit, Teil eines dynamischen Prozesses zu sein, kreativ zu arbeiten und damit Formate zu entwickeln, die den Jugendlichen wirklich gefallen. Die meisten Radiosender in Guatemala haben sehr strenge Vorgaben, die den jugendlichen Hörern keine Beachtung schenken. Die Erwachsenen werfen uns stets vor, dass wir nichts ernst nehmen würden. Wenn wir dann aber aktiv werden wollen, geben sie uns keine Plattform. Für mich ist "Radio Joven" eine Chance weiterzukommen und etwas für unser Land zu tun.

…und hinsichtlich der Medien-Erfahrung?
"Radio Joven" hat in mir die Leidenschaft fürs Radio geweckt. Bislang hatte ich keinerlei Erfahrungen in diesem Bereich. Ein eigenes Programm zu gestalten und zu moderieren war mir bisher nie in den Sinn gekommen - aber jetzt gefällt es mir sehr!

Mynor Tujal kommt aus Patzun und ist Teilnehmer des DW Akademie Langzeitprojektes Radio Joven (Foto: DW Akademie/E. Ern).

Mynor Tujal

Was konnten Sie von den Trainings mitnehmen?
Jeder Workshop hat mir gezeigt, wie ich meine Arbeit verbessern und vor allem wie ich Jugendliche gezielt ansprechen kann - was ja unser Anspruch ist. Ich habe aber nicht nur journalistisches Handwerk vermittelt bekommen, sondern auch gelernt die Probleme und die Lebensrealität der Jugendlichen in Patzún zu verstehen. Diese unterscheiden sich sehr von dem Alltag in der Hauptstadt.

Was gefällt Ihnen bei "Radio Joven" am besten?
Mich fasziniert es, ausschließlich mit Jugendlichen zu arbeiten - das habe ich immer schon gerne gemacht. In Patzún haben wir zum Beispiel mit großem Erfolg Konzerte organisiert, zu denen auch Jugendliche aus nahegelegenen Dörfern gekommen sind. Leider haben uns die Erwachsenen dabei nie unterstützt. Im Gegenteil: Sie haben sich gegen uns gestellt, weil sie der Meinung waren, dass solche Ereignisse Gewalt fördern würden.

Gibt es zu wenig Angebote für Jugendlichen in Guatemala?
Im Wesentlichen fehlt uns eine Plattform. Die Jugendlichen in Guatemala haben den Wunsch und auch die Lust, Teil der Gesellschaft zu sein und sich auszudrücken. In uns steckt eine Menge Energie, Wille und Kraft - es fehlt nur an Chancen, diese richtig einsetzen zu können. Die Gesellschaft gibt uns weder Möglichkeiten noch konkrete Plätze und Orte, damit wir uns entfalten können.

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