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Medienentwicklung

Internet Governance Forum: Mehr Teilhabe für afrikanische Akteure

Mehrere Tausend Experten aus der ganzen Welt diskutierten beim Interent Governance Forum in Brasilien. Die DW Akademie und iRights.Lab hatten neun afrikanische Internet-Experten eingeladen, an diesem Dialog teilzuhaben.

Internet Governance Forum Brasilien

Roger Bah und Yusuf Amadou aus Ghana und Tigabu Diagne aus Äthiopien

"Jeden Tag werden auf der ganzen Welt Menschen für das, was sie auf Facebook schreiben, verhaftet", sagt die renommierte Internet-Expertin Rebecca MacKinnon. In ihrem Projekt "Ranking Digital Rights" hat sie recherchiert, dass große Internet- und Telekommunikationsunternehmen noch viel zu wenig für den Schutz der Privatsphäre und des Rechts auf freie Meinungsäußerung der Nutzer tun.

MacKinnon war einer der prominenten Gäste in einem Workshop, den die DW Akademie zusammen mit dem Berliner Think Tank iRights.Lab im Rahmen des Internet Governance Forums (IGF) in João Pessoa in Brasilien organisierte. Internetexperten aus acht afrikanischen Ländern nahmen teil.

Internet Governance Forum Brasilien

Diskussion mit Joe Cannataci, UN Sonderbeauftragter für Datenschutz

Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen und Partner bei iRights.Lab, hat den vom BMZ finanzierten Workshop mitkonzipiert: "Der besondere Ansatz von DW Akademie und iRights bestand darin, einen intensiven zweitägigen Vorbereitungsworkshop vor das IGF zu schalten. Das hat den Teilnehmern die Chance gegeben, sich durch sachlichen Input und Austausch mit Experten systematisch auf diese komplexe Konferenz vorzubereiten."

Die Teilnehmer aus Kenia, Malawi, Simbabwe, Sambia, Uganda, Äthiopien, Ghana und Südafrika konnten neben MacKinnon noch weitere prominente Experten in kleinem Kreise empfangen, darunter auch den UN-Sonderberichterstatter für die Privatsphäre in der digitalen Welt, Joe Cannataci.

Herausforderung digitaler Wandel

Das Internet Governance Forum gilt als die wichtigste Konferenz zu Zukunftsfragen des Internets. Zum zehnten Mal brachten die Vereinten Nationen hochrangige Regierungsvertreter, Meinungsführer aus der Zivilgesellschaft und der technischen Internet Community zusammen. Diskutiert wurde – offline und online - über die vielen Herausforderungen, die der globale digitale Wandel mit sich bringt: Zugang zu Information und Meinungsfreiheit, neue Formen von Diskriminierung und Überwachung. Weitere zentrale Themenwaren Netzneutralität, kritische Internetressourcen und die Verbesserung der Zusammenarbeit der verschiedenen Stakeholder im Internet.

Das IGF ist als Multi-Stakeholder-Prozess ein weltweit einzigartiges, offenes und transnationales Forum. Zwar hat das IGF keine Entscheidungsvollmacht, aber seine Diskussionen prägen die Arbeit der nationalen und regionalen Foren für Internet Governance. "Akteure aus Entwicklungsländern sind bei diesem wichtigen Forum noch unterrepräsentiert. Wir wollen unsere Partner darin stärken, sich bei dem zentralen Thema Meinungsfreiheit im Internet in die jeweilige nationale und globale Debatte einbringen zu können", so Steffen Leidel, Abteilung Digital und Wissensmanagement der DW Akademie.

Internet Governance Forum Brasilien

Matthias Spielkamp, Partner bei iRightsLab und Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen, und Lorena Jaume-Palasi, Koordinatorin der Global Internet Governance Working Group, unterstützten den DW Akademie-Workshop

Ein wichtiges, immer wiederkehrendes Thema war das Zusammenspiel von Menschenrechten und Internet: Zugang zu Information, Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre sind Grundrechte, die online wie offline gelten und geschützt werden müssen. Allerdings geht der Trend in vielen afrikanischen Ländern in die entgegengesetzte Richtung: "Immer mehr Regierungen versuchen, das Internet zu kontrollieren und Meinungsfreiheit online einzuschränken" stellte Aubrey Chikungwa, Leiter des Media Instituts of Southern Africa in Malawi, fest. "Deshalb ist es so wichtig, starke zivilgesellschaftliche Organisationen zu haben, die ihre Regierungen in die Verantwortung nehmen und dafür sorgen, dass die Bürger ihre Rechte kennen und diese auch einfordern".

Menschenrechte und Internet

Internet Governance Forum Brasilien

Dir Gruppe vor dem Tagungszentrum in Joao Pessoa, Brasilien

Derzeit wird in vielen Ländern Afrikas über neue Cyber Security- und Datenschutzgesetze diskutiert; die Medien- und Telekommunikationsgesetzgebung wird an die Anforderungen des Internetzeitalters angepasst. Dies birgt Chancen, aber auch Gefahren. Im südlichen Afrika unterstützt die DW Akademie das regionale Media Institute of Southern Africa (MISA) bei der Stärkung von Knowhow rund um das Thema Internet Governance, der Entwicklung einer Strategie und der Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien.

In der neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung haben die Vereinten Nationen das Ziel fixiert, "den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnik deutlich zu erhöhen und universellen, erschwinglichen Zugang zum Internet in den am wenigsten entwickelten Ländern bis zum Jahr 2020 anzustreben." Das werde jedoch nur gelingen, wenn die betroffenen Länder in den Dialog auch einbezogen werden, so Lorena Jaume-Palasí, Associate Researcher beim iRights.Lab und Mitorganisatorin des Workshops: "Wenn dieses Ziel in nur fünf Jahren erreicht werden soll, müssen afrikanische Stimmen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik bei den Debatten über Internet Governance stärker vertreten sein und ihren Anliegen Gehör verschaffen können."

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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