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Presse

„Frauenrechte sind nicht verhandelbar“

Eine Delegation des „Afghan Women’s Network“ (AWN) war am Montag, 5. Dezember 2011, Gast einer Pressekonferenz im Funkhaus in Bonn und stellte eine Deklaration vor. Eingeladen hatte "CARE International".

Samira Hamidi, Länderdirektorin des AWN (links), stellt die Deklaration vor

Samira Hamidi, Länderdirektorin des AWN (links), stellt die Deklaration vor

AWN hat die Deklaration im Oktober mit zahlreichen Frauenorganisationen, im Dialog mit der afghanischen Regierung, Frauenaktivistinnen und weiteren Organisationen der Zivilgesellschaft erarbeitet. Sie enthält Forderungen und Handlungsvorschläge für einen nachhaltigen Frieden in Afghanistan.

Die Botschaft der Delegation im Funkhaus war klar: „Frauen müssen am Friedensprozess und an Verhandlungen beteiligt werden. Wir Frauen wollen Frieden in Afghanistan und mit am Verhandlungstisch sitzen“, sagte Samira Hamidi, Länderdirektorin des AWN. Und: „Frauenrechte sind nicht verhandelbar.“ Nötig sei insbesondere ein nationaler Dialog innerhalb des Landes. Jeder Prozess, vor allem der Friedensprozess, müsse in Bezug auf die Frauenrechte unabhängig überwacht werden.

Rechtssicherheit und soziale Sicherheit

Ein Problem, das beim Pressegespräch angesprochen wurde, war Gewalt gegen Frauen. Wazhma Frogh berichtete von sexuellen Belästigungen und Vergewaltigungen in Afghanistan. Eine funktionierende Justiz sei unerlässlich. „Sicherheit bedeutet für uns vor allem Rechtssicherheit und soziale Sicherheit“, so Mary Akrami. Die Frauen fordern in der Deklaration unter anderem, dass Sicherheit für Frauen ein messbarer Indikator beim Beobachten und bei der Evaluierung der weiteren Entwicklung des Landes wird.

Verpflichtung muss klar definiert werden

Bei allen Problemen machte die Delegation auch deutlich, dass sich seit 2001 vieles positiv für Frauen entwickelt habe. Samira Hamidi: „Dass wir heute hier sitzen, ist ein Erfolg. Das wäre vor zehn Jahren nicht möglich gewesen.“ Trotzdem sei der Weg, gerade auch was das Umdenken der Männer in Afghanistan angehe, noch weit. „Das braucht Zeit und Geduld“, so Mary Akrami.

Gefragt nach den Erwartungen an die Afghanistan-Konferenz sagte Hamidi, sie erwarte von der internationalen Gemeinschaft und von der afghanischen Regierung eine „starke Verpflichtung für Frauenrechte“. Ihre Befürchtung sei, dass „diese Verpflichtungen nicht klar beschrieben werden“. Mahbouba Seraj ergänzte: „Bis jetzt haben wir sehr wenig Sicherheit dafür, dass die Rechte afghanischer Frauen nicht für einen politischen Kompromiss zur Konfliktlösung geopfert werden."

AWN ist das größte Netzwerk von Frauenorganisationen in Afghanistan, ihm gehören mehr als 80 Mitgliedsorganisationen an. AWN arbeitet seit Jahren mit CARE zusammen. Beide setzen sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Frauen und für die Stärkung ihrer Rechte ein.

Kathrin Reinhardt