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Nahost/Nordafrika

DW Akademie in Tunesien

Die Situation für Medien und Journalisten hat sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ben Ali im Jahr 2010/2011 insgesamt verbessert. Seit 2014 ist das Recht auf Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit in der Verfassung verankert. Im Alltag können die Menschen ihr Recht auf Meinungsäußerung überwiegend frei ausüben. Zudem ist die Medienlandschaft vielfältiger geworden - auch wenn Informationen über die und in ländlichen Gebieten zum Teil kaum verfügbar sind. Journalisten, die kritisch über sensible Themen wie den Islam oder die nationale Sicherheit berichten oder sie kommentieren, müssen weiterhin zum Teil mit sehr hohen Strafen rechnen. Teile des Regierungs- und Sicherheitsapparats fordern Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit und begründen dies mit dem Kampf gegen Terrorismus - die staatlichen Medien schließen sich diesen Forderungen oft an. Organisationen wie Human Rights Watch oder Reporter ohne Grenzen äußern sich besorgt über die Einschränkungen der Medienfreiheit. Außerdem fehlt es in Tunesien an einer journalistischen Ausbildung, die Medienschaffende auf eine professionelle Berichterstattung vorbereitet.

Unser Engagement
Im Fokus der Arbeit der DW Akademie steht die ländliche Bevölkerung Tunesiens: Ihr Zugang zu Informationen soll verbessert, ihre Nöte und Bedürfnisse in der öffentlichen Diskussion stärker gehört werden. Dafür werden mehrere Radiosender umfassend beraten und ihr Personal trainiert. Die zwei Privatradios und drei Bürgerradios sind in ihren Sendegebieten die einzige Alternative zum staatlichen Sender. Seit Beginn der Kooperation hat sich ein Sender schon zum Marktführer in seinem Sendegebiet entwickeln können, drei andere verzeichnen deutliche Zuwächse bei Hörern und Usern. Zusätzlich zu den Radiosendern unterstützt die DW Akademie verschiedene Nichtregierungsorganisationen, die sich für Medien- und Meinungsfreiheit einsetzen beispielsweise für Frauen und junge Menschen. Sie werden dabei beraten, passende Angebote für ihre Zielgruppe anzubieten und ihre Arbeit zu professionalisieren. Ebenfalls der ländlichen Bevölkerung soll es zugute kommen, dass sich die DW Akademie in der journalistischen Aus- und Fortbildung engagiert. Beim Institut de Presse et des Sciences de l’Information (IPSI), das Journalismus-Institut der Universtiät La Manouba-Tunis, wird die Medienpraxis in der Ausbildung gefördert, zum Beispiel durch den Aufbau einer Lehrredaktion. Beim Centre Africain de Perfectionnement des Journalistes et Communicateurs (CAPJC), dem einzigen (staatlichen) Fortbildungszentrum des Landes, ist der Aufbau einer regionalen Zweigstelle der Schwerpunkt sowie die Modernisierung und Praxisnähe der Trainings. Im Rahmen eines vom Auswärtigen Amt geförderten Projektes arbeitet die DW Akademie mit Jugendhäusern in ländlichen Gebieten zusammen. Pädagogen werden zum Thema Medienkompetenz fortgebildet, Jugendliche lernen, Medien kritisch zu nutzen. Innerhalb eines europäischen Medienkonsortiums plant die DW Akademie, in den nächsten Jahren unter anderem eine Reform des staatlichen Rundfunks voranzutreiben und die Journalistenausbildung weiter zu verbessern.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Auswärtiges Amt (AA)

Ländermanager: Bernd Rößle

Einsatzorte: Tunis, Houmt Souq, Kebili, Tozeur, Kasserine, Kairouan, Jendouba

Partner vor Ort: Al Bawsala, Al Khatt, Centre Africain de Perfectionnement des Journalistes et Communicateurs (CAPJC), Djerid FM, Institut de Presse et des Sciences de l'Information (IPSI), K-FM, Radio Nefzawa, Sabra FM, Tun'Act, Rayhana

Schwerpunkte: Qualifizierung, Gesellschaftliche Teilhabe, zivilgesellschaftliche Lobby für Meinungsfreiheit, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, (lokale) partizipative Medienangebote und Bürgermedien, Journalismusausbildung/ Curricula-Entwicklung, Journalistenfortbildung, Professionalität im Journalismus

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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