Zweiter Ebola-Fall in kongolesischer Millionenstadt Goma | Aktuell Afrika | DW | 31.07.2019
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Demokratische Republik Kongo

Zweiter Ebola-Fall in kongolesischer Millionenstadt Goma

Zwar brach die gefährliche Infektionskrankheit im Osten des Kongo bereits vor einem Jahr aus, doch stellt ihr Auftauchen in einer Großstadt eine weit massivere Bedrohung dar. Entsprechend aufgeschreckt sind die Behörden.

Impfung von Bewohnern von Goma im Himbi-Gesundheitszentrum (Foto: Reuters/O. Acland)

Impfung von Bewohnern von Goma im Himbi-Gesundheitszentrum

Im ostkongolesischen Goma haben die Gesundheitsbehörden eine Impfkampagne gegen Ebola gestartet. Anlass ist, dass in der Millionenstadt ein zweiter Fall der gefährlichen Viruskrankheit gemeldet wurde: Bei einem Mann wurden entsprechende Symptome festgestellt. Jeder, der mit dem Patienten in Kontakt gekommen sei, werde geimpft, sagte Jean-Jacques Muyembe, der Direktor des kongolesischen Instituts für biomedizinische Forschung. Laut Muyembe - er koordiniert in der Demokratischen Republik Kongo die Maßnahmen gegen Ebola - wurde auch das Haus des Patienten desinfiziert. Zudem hätten die Behörden eine Liste mit den Personen aufgestellt, mit denen der Mann Kontakt hatte.

Er koordiniert die staatlichen Aktionen im Kongo gegen Ebola: Jean-Jacques Muyembe (Foto: AFP/Getty Images/M. Alexandre)

Er koordiniert die staatlichen Aktionen im Kongo gegen Ebola: Jean-Jacques Muyembe

Der französische Auslandssender RFI berichtete ergänzend, der Patient sei aus der Stadt Bunia vor einem Ebola-Hilfsteam nach Goma geflüchtet. Am Nachmittag teilte Muyembe dann dem lokalen Online-Nachrichtenmagazin Actualité.cd mit, dass der Mann inzwischen verstorben sei.

Mitte Juli war schon einmal ein Fall in der Großstadt an der Grenze zu Ruanda bestätigt worden. Der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo begann vor genau einem Jahr.

Bislang 1800 Todesfälle in Nord-Kivu und Ituri

Am 1. August 2018 hatte die Regierung in der Hauptstadt Kinshasa das Auftauchen des Virus offiziell bestätigt. Seither wurden fast 2700 Erkrankte in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri registriert, rund 1.800 Menschen sind bislang gestorben. Nach dem Auftreten des ersten Ebola-Falls in Goma Mitte Juli rief die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aus, weil eine rasche Ausbreitung in der Großstadt befürchtet wurde. Anhaltende Gewalt im Osten des Kongo, Misstrauen in der Bevölkerung und fehlende Infrastruktur erschweren die Bekämpfung der Epidemie.

Hilfskräfte besprühen nahe Goma die Hände von Mopedfahrern mit einem Desinfektionsmittel (Foto: Getty Images/AFP/J. Wessels)

Nahe Goma werden die Hände von Motorradfahrern mit einem Desinfektionsmittel besprüht

Zudem herrscht offenbar Uneinigkeit über die Strategie. Der kongolesische Präsident Felix Tshisekedi machte die Bekämpfung von Ebola zur Chefsache. Daraufhin trat Gesundheitsminister Oly Ilunga zurück. Gegen Ebola gibt es kein Heilmittel. Der vorhandene Impfstoff ist noch nicht allgemein zugelassen, derzeit steht er nur für Menschen mit besonders hohem Risiko zur Verfügung. Die WHO plant den Einsatz eines zweiten Impfstoffs für Personen außerhalb der direkten Krisengebiete, was Minister Ilunga seinerzeit ablehnte. Er befürchtete, dass das Misstrauen der Menschen dadurch zunehmen könnte.

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Ebola-Epidemie noch nicht unter Kontrolle

Der Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist eine der größten Ebola-Epidemien in der Geschichte. Beim bislang schwersten Ausbruch waren zwischen 2013 und 2016 in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Menschen erkrankt, rund 11.300 starben.

sti/mak (afp, dpa, epd)

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