Zwei Verletzte nach Schüssen vor Moschee in Frankreich | Aktuell Europa | DW | 28.10.2019
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Islamophobie

Zwei Verletzte nach Schüssen vor Moschee in Frankreich

Im Südwesten Frankreichs sind zwei Menschen durch Schüsse vor einer Moschee schwer verletzt worden. Die Hinweise auf ein politisches Motiv verdichten sich. Frankreichs Präsident Macron verurteilte den Angriff scharf.

Durch Schüsse vor einer Moschee in Bayonne im Südwesten Frankreichs sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Ihr Zustand sei "ernst, aber stabil", teilten die Ermittler mit.

Der mutmaßliche Schütze konnte kurze Zeit später in seinem Haus festgenommen werden, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Es soll sich dabei um einen über 80 Jahre alten Mann handeln. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Polizeiquellen, der Mann sei im Jahr 2015 bei Lokalwahlen Kandidat der rechtsextremen Partei Front National (seit 2018 Rassemblement Nationale) von Marine Le Pen gewesen. Unmittelbar nach dem Angriff distanzierte sich Le Pen auf Twitter von der "unbeschreiblichen Tat" und forderte, "diese Verbrechen mit äußerster Härte zu behandeln".

Der Täter habe zunächst versucht, vor der Tür der Moschee in Bayonne Feuer zu legen, teilte die Polizei weiter mit. Dabei sei er von zwei älteren Männern überrascht worden und habe auf diese geschossen. Bei den Opfern handelt es sich um einen 74 und einen 78 Jahre alten Mann, sie kamen in ein Krankenhaus.

Der mutmaßliche Schütze zündete außerdem ein Auto an und flüchtete anschließend. Sein Wohnhaus, in dem er aufgegriffen wurde, liegt wenige Kilometer entfernt in Saint-Martin-de-Seignanx. Medienberichten zufolge hatte er eine Gasflasche in seinem Auto, auch vor der Moschee sei Brandbeschleuniger gefunden worden.

Die Regionalzeitung "Sud Ouest" berichtete, dass der 84-Jährige in der Gegend bekannt sei und in der Vergangenheit mit fremdenfeindlichen und homophoben Äußerungen aufgefallen sei. Zuletzt habe er in einem Brief angekündigt, Präsident Macron verklagen zu wollen. Dem Bericht nach hat er die Tat beim Polizeiverhör zugegeben.
 

Frankreich Anschlag auf Moschee in Bayonne (picture-alliance/dpa/Chopin Jean Daniel)

Polizisten bei der Moschee in Bayonne

Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Tat und sprach der muslimischen Gemeinschaft Solidarität und Unterstützung aus. Der Vizepräsident des Verbands, Anouar Kbibech, sprach nach der Tat von einer Zunahme bei der Schwere der Angriffe gegen Muslime.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Attacke scharf verurteilt. Es handle sich um einen "abscheulichen Angriff", man werde Hass in Frankreich niemals tolerieren, schrieb Macron auf Twitter. Es würden alle Anstrengungen unternommen, um die muslimischen Landsleute zu schützen, so der Staatschef weiter. Macron hatte erst am Vormittag Vertreter des Dachverbands für den muslimischen Glauben getroffen.

ni/stu/hk (dpa, afp)

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