Zeichen der Entspannung zwischen USA und Türkei | Aktuell Welt | DW | 07.08.2018
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NATO-Partner in der Krise

Zeichen der Entspannung zwischen USA und Türkei

Türkische Abgesandte sollen nach Washington reisen und eine Einigung im Streit über den inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson ausarbeiten. Wegen des Konflikts hatten die USA Sanktionen über türkische Politiker verhängt.

Türkei | Proteste gegen US-Sanktionen (picture-alliance/AA/D. Keskinkilic)

Beschäftigte im öffentlichen Dienst protestierten am Wochenende gegen die von den USA verhängten Sanktionen gegen zwei türkische Minister

Die Delegation unter Leitung von Vize-Außenminister Sedat Önal wird in den kommenden Tagen aufbrechen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Zuvor hatte die Zeitung "Hürriyet" gemeldet, dass es in dem Streitfall eine vorläufige Einigung gebe, die bei dem Besuch fertig ausgearbeitet werden solle.

Laut Anadolu hatten Außenminister Mevlüt Cavusoglu und sein US-Kollege Mike Pompeo in der Angelegenheit miteinander telefoniert. Vergangene Woche hatten sich die beiden in Singapur getroffen, jedoch keine Einigung erreicht.

Brüssel Treffen Pompeo Cavusoglu (picture-alliance/AA/F. Aktas)

US-Außenminister Mike Pompeo (l.) und sein türkischer Kollege Mevlut Cavusoglu sprachen bereits im April in Brüssel miteinander

Wie der Sender CNN Türk unter Berufung auf Diplomatenkreise meldet, sind die ersten Gespräche für Mittwoch angesetzt. Die US-Botschaft in Ankara erklärte, die USA blieben trotz der Spannungen ein guter Freund und Partner der Türkei.

Türkei | In der Türkei festgehaltener US-Pastor Brunson (picture-alliance/AP Photo/E. Tazegul)

US-Pastor Andrew Brunson steht in der Türkei unter Terror- und Spionageverdacht

Das Justizverfahren gegen den Pfarrer Andrew Brunson, der in der Türkei unter Spionage- und Terrorverdacht steht, belastet schon seit Monaten die Beziehungen der beiden NATO-Partner. Die türkische Justiz wirft dem Amerikaner, der seit mehr als 20 Jahren in der Türkei lebt, vor, Kontakte zu dem in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen unterhalten zu haben. Die Türkei hält Gülen für den Drahtzieher des Putschversuchs von 2016. Brunson weist die Vorwürfe gegen ihn zurück.

Kürzlich hatte sich der Streit noch mal deutlich verschärft, als US-Präsident Donald Trump vergangene Woche Sanktionen gegen die türkischen Innen- und Justizminister verhängte. Staatschef Recep Tayyip Erdogan beschloss daraufhin am Samstag gleichlautende Schritte. Zwar sind die Sanktionen eher symbolischer Natur, doch verlor die türkische Lira am Montag mehr als sechs Prozent, der größte Rückgang innerhalb eines Tages seit einem Jahrzehnt.

Türkische Lira erholt sich

Die türkische Zentralbank senkte im Laufe des Tages gewisse Anforderungen an Banken, um dem Verfall entgegenzuwirken. Zusammen mit dem Medienbericht sorgte dies an diesem Dienstag für eine Erholung der Währung um etwa 1,4 Prozent.

Experten bleiben trotzdem skeptisch. Für Nervosität unter Investoren sorgt schon seit längerer Zeit der wachsende Einfluss Erdogans auf die eigentlich unabhängige Zentralbank. Zudem ist die Inflation auf über 15 Prozent gestiegen.

uh/sam (afp, rtr, ap)

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