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Zahl der Einbürgerungen in Deutschland auf Rekordhoch

23. Mai 2026

So viele Menschen wie noch nie erhielten 2025 einen deutschen Pass. Ein Jahr zuvor waren die rechtlichen Hürden deutlich abgesenkt worden. So ist eine Doppelstaatsbürgerschaft seither grundsätzlich erlaubt.

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Einbürgerungen | Eingebürgerte, die nicht zu erkennen sind, zeigen ihre Urkunden
Eingebürgerte zeigen ihre Urkunde (Archivbild)Bild: Jochen Eckel/picture alliance

In Deutschland zeichnet sich ein neuer Einbürgerungsrekord ab: Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" (WamS) erhielten im vergangenen Jahr fast 310.000 Menschen den deutschen Pass. Damit läge die Zahl über dem bundesweiten Rekordwert von knapp 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024.

Die Daten stammen der Zeitung zufolge aus 14 Bundesländern, nur Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fehlen. Aus den Ländern Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein gibt es keine Gesamtzahlen, doch hätten fast alle Städte und Kreise dieser Länder ihre Einbürgerungsdaten auf Anfrage zur Verfügung gestellt, schreibt das Blatt. Teilweise handelt es sich noch um vorläufige Werte.

Ukrainer streben nach deutschem Pass

Mehrere Kommunen berichten demnach, dass sie aktuell rückläufige Antragszahlen feststellen. Allerdings bereiten sie sich schon auf den nächsten Einbürgerungsboom vor. Denn im kommenden Jahr dürften nach Einschätzung mehrerer Behörden zunehmend Ukrainer nach dem deutschen Pass streben.

Deutschland Deidesheim 2024 | Zwei Frauen und ein Mann stehen in einer Gastroküche am Herd, vor ihnen ist ein Topf zu sehen; eine der Frauen schneidet Kräuter
Ukrainische Flüchtlinge in einer Restaurantküche (Archivbild)Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance

"Da die erste große Fluchtwelle mit dem Beginn des Ukraine-Konflikts am 24.02.2022 einsetzte, erreichen die ersten Geflüchteten die notwendige fünfjährige Voraufenthaltszeit im Frühjahr 2027", sagte ein Sprecher des norddeutschen Landkreises Aurich der WamS.

Im März 2027 laufe der bislang gewährte kollektive Schutzstatus aus. "Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzen dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Fünfjahresfrist zur Einbürgerung, die durch die neue Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft zusätzlich an Attraktivität gewonnen hat."

"Sprunghafter Anstieg" erwartet

Im Vergleich zu den Geflüchteten von 2015/2016 profitierten Ukrainer "von erheblichen strukturellen Vorteilen", so der Sprecher. Dank des sofortigen Arbeitsmarktzugangs könnten viele die geforderte eigenständige Lebensunterhaltssicherung deutlich schneller vorweisen. Zudem entfielen langwierige Asylverfahren und Identitätsprüfungen. Es werde deswegen "mit einem erneuten sprunghaften Anstieg der Antragszahlen" gerechnet.

Personalausweis und Reisepass der Bundesrepublik Deutschland
Weltweit begehrt: Personalausweis und Reisepass der Bundesrepublik DeutschlandBild: Ulrich Zillmann/FotoMedienService/picture alliance

Andere Kommunen erwarten demnach ebenfalls steigende Antragszahlen, betonen allerdings, für Ukrainer bestehe aus dem aktuellen Schutzstatus heraus kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung.

Fünf Jahre Aufenthalt genügen

Mitte 2024 war eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts in Kraft getreten. Seither darf, wer Deutscher wird, grundsätzlich die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als allgemeine Voraussetzung fünf statt bisher acht Jahre Aufenthalt in Deutschland. An diesen Änderungen hält die jetzige Bundesregierung fest.

Die Zahl von fast 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024 war ein Rekord seit Beginn der Statistik im Jahr 2000 und entsprach einem Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den Eingebürgerten stammten 28 Prozent aus Syrien, gefolgt von Menschen aus der Türkei. Der abermalige Anstieg im Jahr 2025 ist nach den Zahlen der WamS mit sechs Prozent deutlich geringer.

jj/pg (dpa, afp, kna)