Wieder Remis nach offenem Schlagabtausch zwischen Carlsen und Caruana | Sport | DW | 19.11.2018
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Schach-WM

Wieder Remis nach offenem Schlagabtausch zwischen Carlsen und Caruana

Nur mit viel Geschick und etwas Glück ist es Weltmeister Magnus Carlsen gelungen, einen Rückstand gegen Fabiano Caruana zu vermeiden. In der achten Partie der Schach-WM in London setzten beide Spieler voll auf Risiko.

UK Schach-WM in London | Fabiano Caruana (Imago/Bildbyran/F. Varfjell)

Fabiano Caruana: Der Herausforderer vergab eine gute Chance, in Führung zu gehen

Schon nach den ersten Zügen war klar: Dieses mal geht Fabiano Caruana aufs Ganze. Zum ersten Mal steuerte der US-Amerikaner eine offene Variante der Sizilianischen Verteidigung an - eine Zugfolge, bei der beide Seiten weniger auf Sicherheit und dafür mehr auf Angriff und Gegenangriff aus sind. Ein abenteuerlicher Verlauf der Partie folgte. Schon bald drang ein weißer Springer in die Stellung von Magnus Carlsen ein, der im Gegenzug die Bauern vor seinem König nach vorne zum Angriff schickte. "Ich hatte den Eindruck, dass ich immer die schärfste Möglichkeit spielen und dann auf einen guten Ausgang hoffen musste", sagte Carlsen nach der Partie.

Weltmeister unter Druck

Während der norwegische Titelverteidiger am Abgrund stehend seinen Konter organisierte und dabei viel Zeit verbrauchte, konnte sich Caruana einmal mehr auf seine gute Vorbereitung verlassen. Ein Vorteil für den Herausforderer, der seine Chance auch gleich witterte. Die Schlüsselstellung dieser spannenden Partie erreichten die beiden aktuell besten Spieler der Welt dann im 24. Zug. Caruana entschied sich dafür, hier einen vorbeugenden Bauernzug zu machen, statt sofort weiter aggressiv nach vorne zu spielen. Dies eröffnete Carlsen die Gelegenheit, seine Lage doch noch zu stabilisieren. In der Folge konnte Carlsen die meisten Figuren abtauschen und seinen Turm aktivieren, so dass die Kontrahenten im 38. Zug das Remis besiegelten.

"Ich bin enttäuscht, denn ich hatte eine sehr viel versprechende Position mit vielen Möglichkeiten", sagte Caruana nach der Partie. Umgekehrt zeigte sich der Weltmeister erleichtert: "Das war ein schweres Spiel, in dem Caruana alle Chancen hatte. Ich bin glücklich, dass ich das überlebt habe." Mit dem achten Remis in der achten Partie hat Carlsen einen Rückstand vermieden, den er gegen den stark aufspielenden Caruana wohl nur schwer noch hätte ausgleichen können.

Wer hat die besseren Nerven?

Nach einem Ruhetag steht am Mittwoch die neunte Runde dieses sehr ausgeglichenen WM-Titelkampfs an. Insgesamt werden zwölf Partien in London gespielt. Carlsen kündigte an, alles daran zu setzen, mit den weißen Steinen endlich einmal eine bessere Stellung zu bekommen. Kritik an seinen Sekundanten, die die Eröffnungen vorbereiten, ließ es nicht zu: "Die Fehler mache ich", sagte der Weltmeister. Klar ist aber, dass Caruanas Team bisher die besseren Ideen für die ersten Züge ausgetüftelt hat. Carlsens Helfer haben also zwei arbeitsintensive Nächte vor sich.

 

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